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Corona-Krise : Warum die Zahlen in Spanien wieder ansteigen

Medizinisches Personal in Vilaranca del Penedes Bild: dpa

Nirgendwo in Westeuropa gibt es so viele Neuinfektionen wie in Spanien – und das, obwohl nahezu überall Maskenpflicht herrscht und die Behörden wieder Ausgangssperren verhängen. Nun warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen nach Madrid.

          5 Min.

          Die große Hitze, die über den Friedhöfen liegt, ist oft kaum zu ertragen. Monatelang konnten im Frühjahr viele Angehörige nicht Abschied nehmen. Nach dem Ende der Ausgangssperren beerdigen die letzten Familien im August ihre Verstorbenen. Aber heute kann niemand genau sagen, wie viele Menschen in Spanien an den Folgen des Coronavirus gestorben sind, das schon wieder beginnt, das Land zu überrollen. Laut dem Gesundheitsministerium waren es insgesamt 28.576 Verstorbene, die positiv auf Corona getestet worden waren. Bezieht man jedoch die Daten des Zivilregisters und des „Sistema de Monitorización de la Mortalidad diaria“ (MoMo) ein, das die sogenannte Übersterblichkeit erfasst, könnten es in Wirklichkeit mehr als 45.000 Verstorbene sein. Diese Zahl würde in Westeuropa dann nur von Großbritannien mit 46.500 Toten übertroffen.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Eineinhalb Monate nach Ende des Alarmzustands hat sich die Zahl der Ausbrüche und Infektionen vervielfacht – und mit ihnen wächst auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und Intensivstationen. In Zaragoza begannen Soldaten am Dienstag damit, ein Feldlazarett einzurichten. Auch in den Altersheimen, in denen während der ersten Welle die meisten Toten zu beklagen waren, werden wieder neue Infektionsherde gemeldet. Spanien ist im Westen Europas das Land mit den meisten Corona-Fällen – mehr als in Britannien, Frankreich und Italien, die viel mehr Einwohner haben. Unter den 47 Millionen Einwohnern wurden seit März durch PCR-Tests 322.980 Corona-Fälle nachgewiesen. Im Vereinigten Königreich waren es laut der Übersicht des Gesundheitsministeriums 310.824 und in Italien 250.566.

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