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Letzte Welle der Pandemie : Mit voller Wucht trifft es die Ärmsten

Kenia: Ein Mann versprüht Desinfektionsmittel auf ein Fahrradtaxi im Kibuye-Marktgebiet von Kisumu im Westen Kenias als Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus. Bild: dpa

In Entwicklungsländern gibt es kein Homeoffice, keine Grundversorgung und meist auch keine solidarische Oberschicht. Bricht dort alles zusammen, werden viele nach Europa fliehen. Das wäre die letzte Welle der Pandemie.

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          Die Pandemie trifft mit voller Wucht die ganze Welt – zunächst China, derzeit vor allem den reichen Westen und in der nächsten Etappe die Schwellen- und Entwicklungsländer. Ihre Opfer fordert sie auch in den reichen Industriestaaten. Dort funktionieren aber, wenn auch in unterschiedlichem Maße, die Gesundheitssysteme, und die Regierungen stellen Wirtschaftsprogramme mit beispiellosen Volumina zusammen. Diese reichen Staaten werden sich, manche früher, manche später, von dem Schock erholen.

          Das gilt jedoch nicht für die Staaten, die schon vor der Pandemie fragil waren oder in denen derzeit weiter Kriege toben. In ihnen wird sich die Pandemie schnell ausbreiten. Dort gibt es kein Homeoffice und keine digitalen Schulen, kaum Rücklagen, keine Grundversorgung und selten eine Oberschicht, die zu Solidarität bereit ist. Wer überleben will, muss arbeiten wie bisher, und soziale Distanz kann es in den Elendsvierteln nicht geben.

          Wenn dann mit der Ausbreitung des Virus das Gesundheitssystem zusammenbricht und sich die Verarmung zuspitzt, drohen Unruhen und eine Destabilisierung dieser ohnehin fragilen Länder. Das wird auch Auswirkungen auf den Westen haben. Staaten werden ihre Schulden nicht zurückzahlen, neue Wellen von Migranten werden sich auf den Weg nach Europa machen.

          Tritt das ein, wird es die letzte Welle dieser Pandemie sein. Abgewendet werden kann das nur, wenn in diesen Ländern schon heute das schlimmste Szenario verhindert wird.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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