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Corona-Krise in Europa : Deutschland muss Beistand leisten

Medizinischer Ausnahmezustand: Eine Intensivstation einer Covid-19-Klinik nahe Rom Bild: dpa

Über Europa rollt die zweite Welle der Pandemie, die Intensivstationen füllen sich wieder mit Covid-19-Patienten. Anders als im Frühjahr müssen sich die Europäer diesmal praktischen Beistand leisten.

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          Die gemeldeten Infektionen mit Sars-CoV-2 steigen und steigen. Wieder füllen sich die Intensivstationen der Krankenhäuser mit Covid-Patienten. Die Gesundheitsbehörden arbeiten an der Grenze der Belastbarkeit oder kommen dem Infektionsgeschehen schon nicht mehr nach. In einigen Ländern geben die zuständigen Politiker offen zu, dass sie die Kontrolle verloren haben. Die in Spanien und Frankreich verhängten Maßnahmen sind drastisch und deuten an, dass die zweite Welle der Pandemie von nicht weniger verheerender Wucht sein dürfte als die erste. Das alles ist der Hintergrund für Äußerungen wie die der Kanzlerin, uns stünden „schwere, schwere Monate“ bevor.

          Das ist auch der Hintergrund für die Diskussion über einen neuen Lockdown. Kanzler Kurz hat die Bevölkerung Österreichs auf diese mögliche Unumgänglichkeit vorbereitet. Es ist überall dasselbe: Wenn sich das Infektionsgeschehen auf hohem oder gar weiter steigendem Niveau fortsetzt, wenn die Appelle, Kontakte zu minimieren, nicht fruchten, dann ist ein neuer Stillstand zwangsläufig. Auch Leute aus der Wirtschaft, die wissen, was für die Unternehmen auf dem Spiel steht, sehen diesen Zusammenhang.

          Noch einen weiteren Aspekt gibt es: Im Frühjahr hat es einige Zeit gedauert, bis die Europäer sich praktischen Beistand leisteten. Wenn unsere Nachbarn, ob Frankreich, Belgien oder die Tschechische Republik, nun mit ihren Intensivkapazitäten am Ende sind, dann sollten wir, solange wir können, Hilfe leisten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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