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Schulbesuch bleibt freiwillig : Frankreich lässt die Abiturprüfungen ausfallen

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer besucht eine Grundschule in Paris. Bild: AFP

In Frankreich öffnen heute wieder die Schulen, doch die Abiturprüfungen müssen erstmals seit 1968 ausfallen. Im F.A.Z.-Gespräch erklärt Bildungsminister Blanquer das französische Konzept.

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          Nach 55 Tagen Lernen beginnt für 1,5 Millionen französischer Grundschüler an diesem Dienstag ein neuer Schulalltag. In Gruppen von maximal 15 Schülern kehren sie in die Klassenzimmer zurück und müssen strikte Hygieneregeln beachten. Die französische Regierung hat sich bewusst dafür entschieden, Grundschul- und Kindergartenkindern bei der schrittweisen Schulöffnung die Priorität zu geben. Schüler der Mittel- und Oberstufe sollen erst Ende Mai und vermutlich nur an einigen Präsenztagen in die Schulen zurückkehren.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die schriftlichen und mündlichen Prüfungen zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife („baccalauréat“) fallen erstmals seit 1968 aus und werden durch Unterrichtsnoten ersetzt. Das stellt eine kleine Revolution dar, denn die ganze Nation bangte am Tag des „bac“ mit den Schülern und analysierte die Prüfungsaufgaben, die im ganzen Land identisch sind. Der Wegfall der Abiturprüfungen nimmt, wenn auch in extremer Form, eine ohnehin geplante Reform des Abiturs vorweg, durch die Unterrichtsnoten vom kommenden Jahr an mehr Gewicht erhalten sollen.

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