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Corona-Initiative : Singen für den Impfstoff

Ursula von der Leyen Bild: AP

Die EU-Kommission ist Mitgastgeberin eines virtuellen Konzerts. Mit dessen Hilfe soll Geld für einen Impfstoff gesammelt werden. Präsidentin von der Leyen will auch zum Mikrofon greifen – ob sie singt, ist aber offen.

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          Die Europäische Kommission muss damit leben, dass die meisten Menschen sie zuerst mit dem Adjektiv „bürokratisch“ verbinden. Doch an diesem Samstag stößt die Präsidentin Ursula von der Leyen in ganz neue Dimensionen vor. Sie steht mit Miley Cyrus, Justin Bieber, Shakira, Coldplay und anderen Künstlern auf der Bühne – jedenfalls virtuell. Die Kommission ist Mitgastgeberin eines von der Gruppe „Global Citizen“ organisierten Konzerts, das weltweit live übertragen wird, im Internet und von Fernsehsendern, in Deutschland auf ARD One (20.15 – 21.45 Uhr). Es geht darum, für die „Entwicklung und gerechte Verteilung eines Impfstoffs gegen Covid-19“ zu werben. Prominente werden das mit persönlichen Botschaften begleiten, unter ihnen sind die Schauspieler Diane Kruger und Forest Whitaker sowie der frühere Fußballspieler David Beckham.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          So viel Glamour gab es noch nie in Verbindung mit der Brüsseler Behörde. Während man sich Jean-Claude Juncker nur schwer in dieser Gesellschaft vorstellen kann, war seine Nachfolgerin sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Von der Leyen werde auf jeden Fall ihren Auftritt haben, sagte eine Sprecherin, auch wenn sie keine Gesangseinlage versprechen könne. Im März hatte die Kommissionspräsidentin den Staats- und Regierungschefs der G20 eine globale Initiative vorgeschlagen, um einen Impfstoff zu entwickeln.

          Anfang Mai sammelte dann eine Geberkonferenz unter ihrer Leitung 7,4 Milliarden Euro für das Vorhaben ein. Inzwischen sind daraus fast zehn Milliarden geworden, am Samstag werden weitere Spenden erwartet. Vor dem Konzert findet eine weitere Geberkonferenz statt. Da werden sich unter anderem Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson mit Videobotschaften und neuen Zusagen zu Wort melden. Auch diese Veranstaltung wird auf Youtube übertragen.

          Die EU sieht das als Chance, auf globaler Bühne für ihren multilateralen Ansatz zu werben. Natürlich setzt sie auch ein Zeichen gegen den amerikanischen Präsidenten, der seine Bürger zuerst impfen lassen will. Allerdings ist der europäische Ansatz nicht selbstlos. Die Kommission hat gerade erst dargelegt, dass sie bis zu 2,7 Milliarden Euro einsetzen will, um Vorverträge mit Entwicklern und künftigen Produzenten von Impfstoffen zu schließen. Davon sollen vor allem europäische Unternehmen profitieren – und natürlich auch Europas Bürger. Zugleich will die Kommission eine Allianz mit internationalen Partnern schmieden, um die Marktmacht noch zu vergrößern und auch arme Länder zu versorgen. Deshalb soll künftig nicht nur Geld zugesagt werden, es dürfen auch Impfdosen sein.

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