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Infektionszahlen in Spanien : Virusbombe Madrid

Valencia: Schlange stehen für die Temperaturmessung in der Schule Bild: AFP

In Spanien steigen die Infektionszahlen immer schneller. Schuld daran trägt offenbar vor allem die Politik, die nicht entschieden genug handelt. Das Epizentrum liegt in der Hauptstadt.

          3 Min.

          Aus der Wortwahl spricht die Besorgnis. Emiliano García-Page vergleicht Madrid mit einer „radioaktiven Virusbombe“. Die Hauptstadt sei für achtzig Prozent der Corona-Infektionen im benachbarten Kastilien-La Mancha verantwortlich, sagt der dortige Regionalpräsident. Das wollte seine Madrider Amtskollegin Isabel Díaz Ayuso nicht auf sich sitzen lassen. Die konservative Regierungschefin bat ihn am Montag zu einem klärenden Gespräch. Seit Tagen klagt Díaz Ayuso über eine „rücksichtslose Kampagne“ ihrer politischen Gegner gegen ihre Corona-Politik.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          „Wenn Madrid untergeht, geht ganz Spanien unter“, mahnt die PP-Politikerin, die zum Schulbeginn in diesen Tagen bei vielen Eltern Entsetzen hervorgerufen hatte: Im Lauf des Schuljahres sei es wahrscheinlich, „dass sich praktisch alle Kinder auf die eine oder andere Weise“ mit dem Coronavirus anstecken würden, sagte sie in einem Interview. Eigentlich wollte Ayuso die Eltern damit beruhigen, dass die Schulen im Vergleich zu anderen Orten „sehr sicher“ seien. Aber in Madrid ist die Skepsis groß. Viele Menschen erleben gerade ein Déjà-vu.

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