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Infektionen auf Rekordniveau : Amerikas zweite Welle

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Amerikas Chefepidemiologe Anthony Fauci befürchtet bis zu Hunderttausend Infektionen pro Tag, wenn sich das Verhalten der Leute nicht ändert. Bild: AP

Noch nie haben die Gesundheitsbehörden der Vereinigten Staaten seit Ausbruch der Pandemie so viele Neuansteckungen gemeldet. Modellstudien sagen düstere Prognosen für die nächsten Monate vorher.

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          Wovor Epidemiologen in den Vereinigten Staaten in den letzten Wochen gewarnt hatten, tritt nun ein: Das Coronavirus breitet sich im Land mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit aus.

          Laut einer Reuters-Zählung legen die Infektionszahlen im Rekordtempo zu. Am Mittwoch gab es über 48.000 Neuinfektionen - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Allerdings liegen auch die Testkapazitäten dieser Tage in etwa doppelt so hoch wie noch im April und März, weshalb das volle Ausmaß des Ausbruchs damals wohl nicht erfasst wurde.

          Washingtons Vize-Präsident Mike Pence hatte erst kürzlich trotz der alarmierenden Zahlen davon gesprochen, dass die Ängste vor einer zweiten Welle aufgebauscht worden seien. Die Medien würden mit „finsteren Vorhersagen“ den Amerikanern Angst einjagen.

          Dabei sprechen die offiziellen Statistiken eine andere Sprache: Rund ein Viertel der weltweiten Covid-19-Infektionen haben die Vereinigten Staaten zu beklagen, mehr als 2,7 Millionen Personen haben sich dort angesteckt. Die Anzahl an Toten derzeit bei knapp 130.000 Menschen.

          Die erste Corona-Welle hatte sich vor allem Ende März mit massiver Wucht ausgebreitet, ehe die Ansteckungsfälle langsam zurückgingen. Im Mai bereits haben viele Staaten ihre Ausgangsbeschränkungen wieder gelockert, auch wenn die täglichen Infektionszahlen immer noch im zweistelligen Tausenderbereich blieben. Laut Aussagen des Chefepidemiologen der Regierung, Anthony Fauci, könne man daher nicht von einer zweiten Coronavirus-Welle sprechen, sondern befinde sich nach wie vor in der ersten Welle, die nun wieder Fahrt aufnähme.

          Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo: Einst die am schlimmsten getroffene Region sind die Zahlen im „Big Apple“ nun deutlich zurückgegangen.
          Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo: Einst die am schlimmsten getroffene Region sind die Zahlen im „Big Apple“ nun deutlich zurückgegangen. : Bild: AFP

          Im Frühjahr war vor allem die Region um New York und New Jersey am stärksten betroffen. Während dort der Ausbruch weitgehend unter Kontrolle gebracht wurde, ist nun der Infektionsanstieg in den Bundesstaaten Arizona, Kalifornien und Texas am höchsten. Doch auch im amerikanischen Midwest lässt sich ein deutlicher Anstieg an Fällen beobachten.

          Ein Trend, der wohl noch länger anhalten wird: Eine Modellstudie der University of Washington prophezeit, dass die Covid-Todeszahlen bis Oktober 150 Tausend erreichen würden - vorausgesetzt, 95 Prozent der Bevölkerung würden im öffentlichen Raum Gesichtsmasken tragen. Andernfalls würde die Anzahl an Virustoten wohl bei rund 180 Tausend liegen.

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