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Corona in Südafrika : Impfen im Schneckentempo

Eine Straßenecke aus dem Kapstädter Vorort Khayelitsha, übersetzt die „Neue Heimat“ Bild: Barry Christianson

Südafrika ist von den afrikanischen Staaten in der Pandemie am stärksten betroffen, doch die Impfkampagne kommt nur langsam voran. Traditionelle Heiler wollen sich impfen lassen, viele andere nicht.

          7 Min.

          Yanga Nduku vertraut auf die Kraft der Perlen, auf uralte afrikanische Heilmittel, den Rat seiner Vorfahren und – neuerdings – auf einen Impfstoff aus Amerika. Der junge Südafrikaner ist ein Sangoma, ein Heiler. Er hat sich als einer der Ersten gegen das Coronavirus impfen lassen. Traditionelle Heiler spielen eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen in Südafrika. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung holt sich zunächst von ihnen Rat. Nduku wollte daher auch mit gutem Beispiel vorangehen. „Manche hier glauben, dass man uns mit den Impfungen töten will. Immerhin kann ich ihnen jetzt sagen: ‚Schaut her, ich lebe noch‘.“

          Claudia Bröll
          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Südafrika hat eine steile zweite Infektionswelle hinter sich, angetrieben von einer neuen, ansteckenderen Variante. Erstaunlich schnell ist die Welle aber auch wieder verebbt. Zuletzt wurden im Schnitt weniger als 1000 Neuinfektionen am Tag gemessen, das entspricht einer Sieben-Tage-Inzidenz von 12. Auf dem afrikanischen Kontinent ist Südafrika trotzdem weiterhin am stärksten von der Pandemie getroffen. Fast die Hälfte der mehr als 100.000 Todesfälle in Afrika entfallen auf das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern. Jetzt geht die Sorge vor einer dritten Infektionswelle um.

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