https://www.faz.net/-gpf-abxom

Corona und Armut : Lateinamerika ist ausgehungert von der Pandemie

Begehrtes Hilfspaket: Einwohner einer Favela in Sao Paulo stehen Schlange, um Essen zu bekommen. Bild: EPA

Das Coronavirus hat Brasilien und andere Länder schwer getroffen. Nun verschärft es die Armut auf dem Kontinent. Er steht auch in Zukunft vor einem Dilemma.

          6 Min.

          Eine zweite Epidemie greift um sich in Lateinamerika: der Hunger. Selbst in den Straßen der wohlhabenden brasilianischen Me­tropole Sao Paulo nimmt man ihn wahr. Man sieht ihn in den resignierten Gesichtern der Obdachlosen, deren Lager sich in der Stadt ausgebreitet haben. Man erkennt ihn in den tief liegenden Augen, die an den Ampeln in die stehenden Autos hinein starren.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Es gab Jahre, da waren die bettelnden Kinder an Brasiliens Straßenkreuzungen schon fast vergessen. Nun aber sind sie zurück. Denn sie haben wieder Hunger, wie Millionen andere Brasilianer auch. Sie werden von der Frage angetrieben, wie sie an ihre nächste Mahlzeit kommen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          „Mir wär das ja viel zu groß!“ Wer neidisch ist, wertet den Gegenüber gern mit kritischen Kommentaren ab.

          Neid auf Eigentum : Die Häuser der anderen

          Wer größer und schöner wohnt, weckt Neid bei Nachbarn und Freunden. Über ein schambesetztes Gefühl, das ohnmächtig macht, Beziehungen zerstört und trotzdem seine guten Seiten hat.
          Berlin-Kreuzberg, Görlitzer Park: Polizisten nehmen Drogenhändler in Gewahrsam.

          Die gedopte Gesellschaft : „Kokain ist ungesund und lächerlich“

          Immer mehr Menschen kiffen und koksen, die Profite der organisierten Kriminalität steigen, die Politik sagt aber: Weiter so! Die Drogengesetzgebung dient einer Ideologie, sagt der Autor Norman Ohler.