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Reisen und Veranstaltungen : Italien setzt auf „grünen Pass“

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Ein Airbus A319 der Fluggesellschaft Alitalia am Flughafen Fiumicino in Rom (Archivbild) Bild: Reuters

Geimpft, genesen oder getestet: Das sind die neuen Bedingungen für Reisen mit dem Flugzeug, Zug oder Überlandbus. Ob die Regel auch für die Innenbereiche von Restaurants gelten soll, ist in Italiens Regierung umstritten.

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          Angesichts steigender Infektionszahlen will die Regierung in Rom bis Wochenmitte die Einführung des „grünen Passes“ für Reisen im Inland sowie für Veranstaltungen beschließen. Danach sollen Reisende Flugzeuge, Züge und Überlandbusse nur nutzen können, wenn sie mittels QR-Code auf ihrem Mobiltelefon die vollständige Immunisierung mit zwei Impfdosen, die Genesung von einer Covid-19-Erkrankung oder ein negatives Testergebnis aus den zurückliegenden 48 Stunden nachweisen können.

          Auch bei Kultur- und Sportveranstaltungen sowie bei privaten Feiern nach religiösen oder zivilen Zeremonien müssen die Ausrichter den „grünen Pass“ bei allen Besuchern beziehungsweise Teilnehmern kontrollieren. Wer sich ohne „grünen Pass“ Zutritt verschafft oder diesen fälscht, kann mit bis zu 400 Euro Strafe belegt werden. Wer seiner Kontrollpflicht nicht nachkommt, muss mit der Zwangsschließung der Einrichtung für fünf Tage rechnen.

          Fußballvereine und Konzertveranstalter wollen erreichen, dass eine Auslastung von bis zu 100 Prozent erlaubt wird, sofern alle Zuschauer und Besucher den „grünen Pass“ vorweisen können. Ob Italien für Reiserückkehrer aus den Risikoländern Spanien und Portugal eine fünftägige Quarantäne einführen wird, ist noch offen. Heftig umstritten innerhalb der Regierungskoalition von Ministerpräsident Mario Draghi ist, ob auch beim Besuch des Innenbereichs von Restaurants die Gastronomen zur Kontrolle des „grünen Passes“ gezwungen werden sollen.

          Am Samstag verzeichneten die Behörden etwas mehr als 3100 Neuinfektionen. Höher lag die Zahl zuletzt nur am 29. Mai (3351 Fälle). Im Schnitt infizierten sich demnach immer mehr jüngere Menschen.

          In Rom führte die Gesundheitsbehörde Medien zufolge Dutzende Corona-Fälle auf einen Pub zurück, in dem die Infizierten das Viertelfinalspiel der Fußball-Europameisterschaft zwischen Belgien und Italien gesehen haben sollen. Auf der italienischen Insel Pantelleria zwischen Sizilien und Tunesien steckten sich laut der Nachrichtenagentur Adnkronos wohl mehrere Menschen bei einer privaten Feier an.

          Die beliebte Urlaubsinsel Sardinien will wegen der Infektionslage Einreisende aus Ländern mit hohen, der Delta-Variante geschuldeten Inzidenzwerten intensiver kontrollieren, wie die Region am Samstagabend mitteilte. Man arbeite an einer Anordnung dafür. Der Tourismus-Sektor sei wichtig, erklärte Regionalpräsident Christian Solinas. Man wolle die Sicherheit aller garantieren.

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