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Corona in Indien : „Leihen oder stehlen Sie Sauerstoff – dies ist ein Notfall“

Im indischen Guwahati erhalten die Bürger den Impfstoff Covaxin. Bild: AFP

Indien dachte, in der Pandemie das Schlimmste überstanden zu haben. Nun ist die Lage so dramatisch wie nie zuvor. Das höchste Gericht in Delhi ruft die Regierung zum Handeln auf.

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          Falls es noch eines Beweises bedurfte, wie tückisch diese Pandemie sein kann, so wird er derzeit in Indien erbracht. Nach Wochen relativer Normalität findet sich Indien plötzlich im Zentrum des Geschehens wieder. Während noch vor kurzem die Menschen in der Hauptstadt Delhi dichtgedrängt über Märkte spazierten, stauen sich nun die Rettungswagen vor den Krankenhäusern und die Patientenbetten vor den Intensivstationen. Überall fehlt es an Sauerstoff. In einigen Krankenhäusern reichten die vorhandenen Tanks nur noch für wenige Stunden. Es häufen sich Berichte von Patienten, die vor den Krankenhäusern sterben, weil sie nicht aufgenommen werden, oder die schon auf dem Weg dorthin ihren letzten Atemzug tun.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Auch Sandeep Mattas Zustand hatte sich rapide verschlechtert. Wie seine Familie der F.A.Z. berichtet, hatte der Manager und Familienvater vor zehn Tagen die erste Spritze mit dem Impfstoff Covishield von Astra-Zeneca erhalten. Sechs Tage später war er positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wieder einige Tage später war die Sauerstoffsättigung in seinem Blut zurückgegangen. „Er hing am Tropf und zitterte stark. Es gab keine Betten in den privaten Krankenhäusern und die Hilfsnummern der Regierung funktionierten nicht“, berichtet seine Ehefrau, die sich mit ihrem Vornamen Simi vorstellt. Gegen Mitternacht sei ihr Mann schließlich in das größte Krankenhaus für Corona-Patienten im Norden Delhis eingeliefert worden. Am nächsten Tag war er tot. 

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