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Großbritannien und das Virus : Brexit, welcher Brexit?

Unter erschwerten Bedingungen: ein britischer Bauarbeiter in London Bild: dpa

Die Corona-Krise verdrängt frühere Sorgen auf der britischen Insel, die EU ohne Handelsvertrag zu verlassen. Anhängern eines harten Brexit könnte das in die Hände spielen.

          3 Min.

          Zurzeit wird eine Karikatur im Netz herumgeschickt, die ein älteres Ehepaar auf dem Wohnzimmersofa zeigt. Im Fernseher laufen die neuesten Corona-Nachrichten, auf dem Tisch stapeln sich Zeitungen mit Schlagzeilen über das Virus, und der Mann grummelt: „Mein Gott, wie ich den Brexit vermisse!“ Seit dem Ausbruch der Pandemie redet im Königreich so gut wie niemand mehr vom Austritt aus der EU. Gelegentlich schlägt ein Labour-Politiker vor, jetzt wenigstens die Handelsgespräche aufzuschieben, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen, aber das findet kaum Widerhall.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Die jüngste Verhandlungsrunde wurde abgesagt. Ob es im April weitergeht, bleibt schon deswegen fraglich, weil sich die Verhandlungsführer beider Seiten in virusbedingter Selbstisolation befinden. Eine Verlängerung der Gespräche (und damit der Übergangsphase) um ein oder zwei Jahre wäre möglich, wenn sie der Premierminister bis zum 30. Juni anfragt. Einige Ministerien sollen sich für alle Fälle auf einen Aufschub vorbereiten, doch öffentlich zeigt sich Boris Johnson bisher uninteressiert, und die Konzentration auf das Virus lässt wenig Raum für Empörung.

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