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Corona in Großbritannien : Johnson hofft auf Lösung der Grenzfrage

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Britischer Premierminister Boris Johnson am Montagabend in London Bild: AFP

Nach dem Auftreten eines mutierten Virusstrangs ist das Vereinigte Königreich isoliert, aber Boris Johnson versucht die Briten zu beruhigen: Die Versorgung sei sichergestellt. Mehr als eine halbe Million Briten sei bereits gegen das Virus geimpft worden.

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          Großbritannien hofft auf eine rasche Wiedereröffnung der französischen Grenze und die Wiederaufnahme des Warenverkehrs. Er habe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron gesprochen, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag. Jeder verstehe die Position des anderen. „Wir wollen das Problem so schnell wie möglich lösen.“ Es müsse sichergestellt werden, dass Lastwagen in beide Richtungen „covid-frei“ fahren könnten, sagte Johnson.

          Der Premier versuchte, die Bevölkerung zu beruhigen. „Die große Mehrheit von Lebensmitteln, Medikamenten und Versorgungsgütern erreichen uns wie immer“, sagte Johnson. Über den seit Sonntagabend geschlossenen Hafen Dover am Ärmelkanal würden nur 20 Prozent der Güter gehandelt und beträfen nur Waren, die von Menschen begleitet werden, also Lastwagen. Der Lkw-Stau sei zudem bereits deutlich reduziert worden, betonte Johnson.

          Frankreich hatte am Sonntagabend wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus die Grenzen zu Großbritannien geschlossen. Das betrifft auch die Fährverbindungen zwischen Dover und dem französischen Calais sowie den Eurotunnel.

          Die Regierung habe sich seit langem auf solch eine Situation vorbereitet, fügte Johnson hinzu. Man sei sich der Situation durch den neu aufgetretenen Covid-Virusstrang bewusst; das Risiko, das von einem alleine fahrenden Lastwagenfahrer ausgehe, sei jedoch vergleichsweise gering, so Johnson. Nach Angaben des Premierministers haben mittlerweile mehr als 500.000 Briten ihre erste Impfung gegen das Virus erhalten.

          Bei den seit Monaten anhaltenden Brexit-Verhandlungen ist nach Darstellung des britischen Premierministers dagegen weiter keine Einigung in Sicht. Die Situation sei unverändert, sagte Johnson. Großbritannien werde es jedoch auch ohne ein Abkommen gutgehen. Die dann geltenden Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) wären "mehr als zufriedenstellend", sagte er. "Wir kommen mit Sicherheit klar." Fast zeitgleich erklärte in Paris der für die EU zuständige Regierungsvertreter Clement Beaune, es gebe weiter große Differenzen bei der Frage der Fischerei. Man werde der Sache noch einige Stunden, einige Tage geben. Ein französischer Regierungssprecher hatte zuvor erklärt, sein Land bleibe bei den "roten Linien" bei den Verhandlungen.

          Großbritannien und die EU forderten zuletzt Zugeständnisse von der jeweils anderen Seite. Das Königreich war Ende Januar offiziell aus der EU ausgetreten. Am 31. Dezember endet die Übergangsphase, in der das Königreich noch EU-Regeln anwenden muss. Ohne
           ein Handelsabkommen rechnen Experten unter anderem mit höheren Zöllen auf viele Produkte sowie langen Wartezeiten an der Grenze.

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