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Corona in Frankreich : Die volle Wucht der zweiten Welle

Ärzte kümmern sich in Lyon um Covid-19-Patienten. Bild: AFP

Die Zahl der Neuinfektionen steigt massiv, in manchen Orten werden sogar die Intensivbetten knapp. Viele Franzosen glauben, dass die Strategie ihrer Regierung im Umgang mit dem Virus nicht aufgeht.

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          Pünktlich zum Besuch des französischen Präsidenten am Mittwoch sind die Radfahrer der Tour de France getestet worden. „Alle negativ“, so lautete das beruhigende Ergebnis. Staatspräsident Emmanuel Macron will darin einen Beweis sehen, dass Frankreich „mit dem Virus leben kann“. So lautet offiziell auch die neue Strategie in Paris – ein strikter, landesweiter Lockdown soll vermieden werden. Hygieneregeln und lokale Beschränkungen sollen reichen, um „mit dem Virus zu leben“. Aber angesichts steigender Infektionszahlen zweifelt ein Großteil der Franzosen daran, dass die Regierung den richtigen Kurs eingeschlagen hat.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Es stecken sich nicht nur immer mehr – insbesondere jüngere – Franzosen mit Corona an. Auch die Zahl der Patienten, die ins Krankenhaus müssen, steigt unaufhörlich. Inzwischen hat die Zahl der täglichen Aufnahmen die Höchstwerte vom Frühjahr überschritten. Am Montag kamen in ganz Frankreich 545 Menschen mit schweren Symptomen ins Krankenhaus, am Dienstag waren es 642 Menschen. Damit ist die Zahl der Neuaufnahmen von täglich durchschnittlich 460 Kranken seit dem Ende des Lockdowns überschritten. Besonders schlimm wütet das Virus in Bordeaux und in Marseille. In den Krankenhäusern der beiden Städte werden die Intensivbetten knapp.

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