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Corona-Krise in Frankreich : Der Präsident als Chefvirologe

Der französische Präsident Emmanuel Macron am 1. März 2021 in einem Impfzentrum in Bobigny in der Nähe von Paris Bild: AP

Im Kampf gegen die Pandemie richtet sich Frankreichs Präsident immer weniger nach dem Urteil seiner wissenschaftlichen Berater. Stattdessen lässt sich Emmanuel Macron selbst als Corona-Fachmann inszenieren. Das sorgt nicht nur bei Ärzten für Unmut.

          3 Min.

          Im Kampf gegen die ansteckenderen Virus-Mutanten aus Südafrika, Brasilien und Großbritannien verfolgen Frankreich und Deutschland nicht mehr die gleiche Strategie. Das tritt nirgendwo so deutlich zutage wie im lothringischen Département Moselle, das an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzt. Das Robert-Koch-Institut hat das gut eine Million Einwohner zählende Département als Virusvariantengebiet eingestuft.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Mehr als 80 Prozent aller Infektionen in Moselle gehen auf Virusmutanten zurück, aber die französische Regierung verweigert beharrlich striktere Maßnahmen wie Schul- oder Geschäftsschließungen. „Wir machen nicht zu“ zitiert das „Journal du Dimanche“ Emmanuel Macron. Der Präsident hält sich seit Ende Januar zugute, dass er sich von den Lockdown-Empfehlungen seines wissenschaftlichen Beirates emanzipiert habe. Die unterschiedlichen Vorstellungen vom Infektionsschutz in Paris und Berlin sind jetzt an der Grenze zu Lothringen aufeinandergeprallt.

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