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Corona in der Türkei : Erdogan gegen die großen Städte

Die Corona-Krise belastet auch die Türkei schwer. Bild: EPA

Die Bürgermeister von Istanbul und Ankara werden in der Corona-Krise zu Herausforderern des türkischen Präsidenten. Erdogan sieht die Gefahr und geht gegen die beliebten Oppositionspolitiker vor.

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          Die Befürchtungen des türkischen Präsidenten und AKP-Vorsitzenden Recep Tayyip Erdogan sind Wirklichkeit geworden. Zwar ist jeder zweite Türke mit der Amtsführung des obersten Krisenmanagers zufrieden. In der Covid-19-Krise profilieren sich jedoch die Oberbürgermeister von Istanbul und Ankara als ernsthafte Herausforderer für den lange unangefochten regierenden Erdogan. Vor einem Jahr hatten Ekrem Imamoglu und Mansur Yavas bei den Kommunalwahlen für die oppositionelle CHP die beiden größten Städte der Türkei erobert und dort die seit 1994 dauernde Vorherrschaft der AKP und ihrer Vorgängerpartei beendet.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Erdogans Herrschaft ist dennoch vorläufig nicht gefährdet. Denn die nächsten Präsidenten- und Parlamentswahlen müssen erst 2023 stattfinden. Würde jedoch am kommenden Sonntag gewählt, bekäme seine AKP im Parlament auch in einer Koalition mit der nationalistischen MHP keine Mehrheit mehr. Mehrere Meinungsforschungsinstitute sehen beide Parteien zusammen nur noch bei 43 bis 46 Prozent. Auch fällt die Zustimmung zu Erdogans Amtsführung wieder. Im März war sie noch, das hat das Meinungsforschungsinstitut Metropoll ermittelt, gegenüber dem Vormonat von 42 Prozent auf 56 Prozent gestiegen. Im April ging sie jedoch auf 52 Prozent zurück.

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