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Wegen Impfmüdigkeit und Delta : Die Intensivbetten in der Schweiz sind schon zu 84 Prozent belegt

Eine Neunzigjährige wird am 23.12.2020 als erste Person in der Schweiz geimpft. Inzwischen herrscht im Land Impfmüdigkeit. Bild: dpa

In der Schweiz tobt die Delta-Variante des Coronavirus in einer impfmüden Bevölkerung. Die Krankenhäuser stoßen an ihre Grenzen. Ein SVP-Minister bezeichnet die Impfskeptiker derweil als „senkrechte Schweizer“.

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          Was in Deutschland künftig gelten soll, ist in der Schweiz schon der Fall: Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken ist dort das wichtigste Kriterium bei der Pandemiebekämpfung. Der Blick auf diese Zahl verheißt derzeit nichts Gutes: Rund 84 Prozent der 876 zertifizierten Schweizer Intensivbetten sind belegt. Dabei verschleiert diese Durchschnittszahl noch, dass einige Krankenhäuser schon am Anschlag sind und geplante Operationen verschieben müssen, weil sich ihre Intensivstationen mit Covid-19-Patienten gefüllt haben. Der Verband Zürcher Krankenhäuser beispielsweise teilte mit, dass schwer verletzte Unfallopfer nicht mehr ohne Weiteres zum nächstgelegenen Krankenhaus transportiert werden könnten. So gingen wertvolle Minuten verloren.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist die hochansteckende Delta-Variante, welche die Neuinfektionen gemessen an der Sieben-Tage-Inzidenz auf 216 anwachsen ließ. Das ist fast dreimal so hoch wie in Deutschland. Das Virus trifft auf eine unzureichend geschützte Bevölkerung. Aktuell sind nur 52 Prozent der Schweizer vollständig geimpft. Das ist die niedrigste Impfquote in Westeuropa. Sie liegt weit entfernt von Ländern wie Deutschland (61 Prozent), Frankreich (62) und Spanien (74). Tanja Stadler, Präsidentin der wissenschaftlichen Corona-Task-Force des Bundes, veranschaulichte, was das bedeutet: „Mit dem aktuellen Impffortschritt von einem Prozent pro Woche sind wir an Weihnachten dort, wo Frankreich schon heute ist, und im Frühling dort, wo Portugal heute ist.“

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