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Corona auf dem Vormarsch : China verhängt die nächsten Lockdowns

Peking am 21. November 2022 Bild: Getty

Vor allem Investoren hatten zuletzt gehofft, dass China von seiner radikalen Null-Covid-Politik abrückt. Doch nun klettern die Infektionszahlen auf einen neuen Höchststand.

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          In China dämpft eine neue Infektionswelle die Hoffnung auf ein baldiges Ende der radikalen Null-Covid-Politik. Für Sonntag wurden rund 26 .000 Neuinfektionen gemeldet, fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt des Jahres Mitte April. Ein Regierungssprecher bezeichnete die Lage als „düster“.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Besonders die Investoren an den Finanzmärkten hatten bislang gehofft, dass die Regierung nicht noch einmal zu den im Frühjahr verhängten Lockdowns zurückkehren werde, die das Leben ganzer Städte wochen- bis monatelang hatten stillstehen lassen, etwa im 26 Millionen Einwohner zählenden Schanghai.

          Auch künftig scheint China die Strategie zu verfolgen, Infektionsketten durch harte Lockdowns zu unterbrechen. Nachdem in Peking am Montag 962 Neuinfektionen gemeldet wurden, und damit doppelt so viele Fälle wie eine Woche zuvor, befindet sich die Stadt praktisch im Lockdown. In vielen Bezirken der Stadt sind die Schulen bis auf Weiteres geschlossen.

          Spekulationen über Corona-Infektion bei Xi Jinping

          Die Behörden haben die Bevölkerung angehalten, zuhause zu bleiben oder zumindest den Bewegungsradius stark einzuschränken. Einreisende nach Peking in den ersten drei Tagen ihres Aufenthalts täglich testen lassen und die Ergebnisse abwarten, bevor sie ihre Wohnungen oder Unterkünfte verlassen dürfen, erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Montag. Die zweitgrößte Stadt Chinas stehe vor der schwierigsten Lage seit Beginn der Pandemie, sagte der stellvertretende Direktor des städtischen Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention, Liu Xiaofeng. Am Wochenende waren dort insgesamt drei Todesfälle gemeldet worden.

          Auch in anderen Städten wie dem südlichen Guangzhou sind ganze Viertel im Lockdown. In Shijiazhuang, der Hauptstadt von Pekings Nachbarprovinz Hebei, wurden neben Lockdowns wieder Massentests eingeführt, nachdem die Stadt bis vor ein paar Tagen in einem Pilotprojekt das Testen der breiten Bevölkerung ausgesetzt hatte. Die Volksrepublik hat mit zahlreichen Ausbrüchen zu kämpfen, von Zhengzhou in der zentralen Provinz Henan bis Chongqing im Südwesten. 

          Einige Tage zuvor hatten Ankündigungen der Nationalen Gesundheitsbehörde, Lockerungsmaßnahmen zu ergreifen, bei vielen Menschen für Hoffnung gesorgt. Gleiches galt für Staatspräsident Xi Jinping, der auf verschiedenen Gipfeln in Asien erstmals seit drei Jahren ohne Gesichtsmaske aufgetreten war, etwa auf dem Treffen der G-20-Länder in Bali.

          Bei der Konferenz der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec) in Bangkok hatte Xi ohne Maske neben dem Hongkonger Regierungschef John Lee gesessen, der nach seiner Rückkehr positiv auf Covid getestet worden war. Nun machen Spekulationen die Runde, dass sich auch Xi auf dem Apec-Gipfel mit dem Virus angesteckt haben könnte.

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