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Besser als Amerika : Der Impferfolg der EU

  • -Aktualisiert am

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält die Rede zur Lage der Union in Straßburg Bild: AFP

Das reichliche Angebot an Impfstoff in der EU verdient mehr Anerkennung. Leider nutzt Deutschland es weniger als andere Mitgliedstaaten.

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          Die Rede zur Lage der Union, die der EU-Kommissionspräsident im September hält, trägt nicht ohne Grund den gleichen Namen wie die Ansprache des US-Präsidenten zu Beginn des Jahres. Als der damalige Kommissions-Chef José Manuel Barroso die Tradition 2010 begründete, sollte das den Anspruch der EU auf Weltgeltung zum Ausdruck bringen (und den des Brüsseler Personals auf Führerschaft).

          Seine Nachnachfolgerin konnte da am Mittwoch immerhin auf Fortschritte bei der Corona-Impfung verweisen, mit denen die EU die Amerikaner inzwischen überholt hat. Angesichts der erheblichen Startschwierigkeiten, die Europa mit der Impfkampagne hatte, ist das eine Leistung, die viel zu wenig Anerkennung erfährt.

          Dass wir es nur noch mit einer Pandemie der Ungeimpften zu tun haben, ist dem reichlichen Angebot zu verdanken, das die EU besorgt hat. In Deutschland, wo so gern auf „Brüssel“ geschimpft wird, nutzt man es leider weniger als in Ländern wie Frankreich oder Spanien, die höhere Impfquoten haben als wir.

          Die Eindämmung des Virus ist für die Wirtschaftsmacht EU wichtig, aber ihre Schwäche bleibt das Militärische. Von der Leyen hat in ihrer Rede vor allem den mangelnden politischen Willen auf diesem Feld beklagt. Da hat sie recht, aber es fehlt eben auch Ausrüstung an allen Ecken und Enden. Je mehr linke Parteien an der nächsten Bundesregierung beteiligt sind, desto geringer sind die Aussichten, dass sich daran im größten Mitgliedsland viel ändert.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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