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Corona-Impfung in Brasilien : Präsident der Impfgegner

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro mit Maskottchen am Mittwoch in Brasilia zum Start eines nationalen Impfplans. Kritiker monieren, der Plan nenne keinen Startpunkt und enthalte keine konkrete Planung. Bild: dpa

Brasilien könnte schon bald mit Corona-Impfungen beginnen. Doch immer mehr Brasilianer lehnen eine Impfung ab – weil Präsident Bolsonaro Zweifel daran sät.

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          Brasilien ist eigentlich gut aufgestellt, wenn es ums Impfen geht. Das Land hat Erfahrung mit Impfkampagnen und verfügt über große eigene Produktionskapazitäten. Doch die Anschaffung und Produktion von Impfungen gegen das Coronavirus sowie die Durchführung einer Impfkampagne sind in Brasilien zu einem politischen Grabenkampf geworden. Die Regierung zeigt sich desinteressiert und unorganisiert. Gleichzeitig wächst die Zahl der Impfgegner im Land, wobei Präsident Jair Bolsonaro beispielhaft vorangeht: „Ich werde mich nicht impfen lassen und Schluss“, sagte er in dieser Woche. Das sei allein seine Sache.

          Tjerk Brühwiller

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Bolsonaro hat gut lachen, denn er hat das Virus bereits einmal überstanden. Doch Millionen Brasilianer können das nicht von sich behaupten. Auch in Brasilien ist nun die zweite Welle angekommen. Am Mittwoch verzeichnete das Land mit über 70.000 neuen Fällen einen neuen Höchststand. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion kratzte in dieser Woche erstmals seit September wieder an der Marke von tausend pro Tag. Das ist gemessen an der Bevölkerungszahl von mehr als 200 Millionen zwar weniger als in einigen europäischen Ländern, doch alarmierend genug, zumal das Gesundheitswesen Brasiliens nicht mit europäischen Standards zu vergleichen ist. 180.000 Brasilianer sind bereits am Virus gestorben.

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