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Immunisierung erst ab 60 : „Sich impfen lassen, ehe sie an der Reihe sind – haben die Leute kein Gewissen?“

Medizinisches Personal bei der Vorbereitung von Corona-Impfungen am 8. Januar in Neapel Bild: Reuters

Knapp acht Prozent des Impfstoffs ist in Italien bisher an „Drängler“ oder regelwidrig Begünstigte verabreicht worden. Ministerpräsident Draghi ist empört. Nun gibt es Konsequenzen.

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          Von diesem Montag an wird es auf Geheiß Roms in ganz Italien vorerst keine Impfungen mehr für Menschen unter 60 Jahren geben – auch nicht im Gesundheits- und Bildungsbereich. Denn bis Ende April sollen, so hat es Ministerpräsident Mario Draghi versprochen, alle Menschen über 80 und auch viele über 75 mindestens einmal geimpft werden. Die Mailänder Denkfabrik ISPI hat errechnet, dass seit dem Beginn der Impfkampagne vom Januar bis zu 12.000 Menschenleben in Italien hätten gerettet werden können, wären systematisch die Älteren zuerst immunisiert worden. Das will die Regierung nun nachholen.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Mit dem Beschluss greift die Zentralregierung massiv in die Befugnisse der zwanzig Regionen und autonomen Provinzen ein, in deren Verantwortungsbereich das jeweilige Gesundheitswesen liegt. Ob sich alle Regionen an die Vorgaben Roms halten werden, wird sich zeigen. Durch die „lockere“ Auslegung der Impfrichtlinien des Gesundheitsministeriums in Rom hatten die Regionen bisher faktisch eigene Impfstrategien verfolgt – und Berufsgruppen wie Politiker, Anwälte, Richter oder auch Journalisten beim Impfen priorisiert.

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