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Europa und Russland : Geländegewinn für Putin

  • -Aktualisiert am

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer bei Gesprächen in Moskau Bild: dpa

Deutschland will Sputnik kaufen, die Tschechische Republik bleibt in ihrem Ringen mit Russland weitgehend alleine. Der Kreml kann zufrieden sein.

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          Das war kein schlechter Tag für Putin. Aus Deutschland kommt ein Ministerpräsident und kündigt den Kauf von dreißig Millionen Dosen eines Corona-Impfstoffs an, der in der EU noch gar nicht zugelassen ist. Mal davon abgesehen, dass man sich fragt, seit wann Sachsen für bundesweite Bestellungen zuständig ist, kann Russland einen schönen Geländegewinn in seinem globalen Sputnik-Feldzug verbuchen.

          Das größte Mitgliedsland der EU wäre ein Hauptpreis, auch wenn Putin sich dafür mit Kretschmer offenbar über Nawalnyj austauschen musste. Schon Söder wusste, dass Impfstoffe weit weniger kontrovers sind als Gas und deshalb nicht nur im Osten Deutschlands dankbar angenommen werden, egal, woher sie kommen.

          Die Tschechen wollen kein Sputnik mehr, aber sonst läuft es auch da nicht übel für Moskau. Anders als vor ein paar Jahren im Fall Skripal ziehen die übrigen Europäer nicht mit bei der Ausweisung von Diplomaten, mit der Prag gegen einen Anschlag auf seinem Staatsgebiet protestiert. Der Fall liegt etwas zurück, aber er lehrt, dass Solidarität in der EU offenbar davon abhängen kann, wer sie einfordert. Anders als das große Großbritannien blieb die kleine Tschechische Republik weitgehend allein in ihrem Ringen mit Moskau, was die Chancen ihres Ultimatums am Donnerstag nicht gerade erhöhte.

          Da konnte sich der Feldherr im Kreml sogar eine Geste der Entspannung gegenüber der Ukraine leisten.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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