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Impfstoff-Allianz mit Israel : Kurz kritisiert die EMA als zu langsam

  • Aktualisiert am

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am 25. Februar während eines EU-Sondergipfels zur Pandemie in Wien Bild: dpa

Österreich und Dänemark wollen bei der Versorgung mit Corona-Impfstoffen nicht mehr von der Europäischen Arzneimittel Agentur abhängig sein. Die beiden EU-Länder planen eine Zusammenarbeit mit Israel.

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          Österreich und Dänemark wollen sich im Kampf gegen das Coronavirus künftig nicht mehr alleine auf die Europäische Union (EU) verlassen. Gemeinsam mit Israel sei eine Zusammenarbeit bei der Erforschung und Produktion neuer Impfstoffe geplant, teilte der österreichische Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag mit. Dafür wollen sich der konservative Politiker und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen.

          „Wir haben uns im Sommer gemeinsam darauf verständigt, dass Impfstoffe von der EU für die Mitgliedsstaaten rechtzeitig beschafft und schnell zugelassen werden“, teilte Kurz mit. Grundsätzlich hielte er dies für richtig, die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) sei jedoch bei der Zulassung von Impfstoffen zu langsam und bei Pharmaunternehmen komme es zu Lieferengpässen. „Wir müssen uns daher auf weitere Mutationen vorbereiten und sollten nicht mehr nur von der EU abhängig sein bei der Produktion von Impfungen der zweiten Generation.“

          „Israel wird Möglichkeit erörtern“

          Israel gilt beim Impfen im Vergleich zu anderen Ländern als Vorreiter, während die EU-Kommission im Zusammenhang mit ihrer Impfstoffbeschaffung zunehmend in der Kritik steht. „Israel wird die Möglichkeit einer Covid-19-Allianz mit Österreich und Dänemark erörtern“, sagte Netanjahu. Der österreichische Kanzler und die dänische Ministerpräsidentin würden voraussichtlich noch diese Woche in Israel die rasche Einführung von Impfstoffen erleben, sagte der Ministerpräsident.

          Vor der Israel-Reise will Kurz Vertreter von Pharmaunternehmen, wie etwa Pfizer, Novartis, Polymun oder Böhringer Ingelheim sowie Wissenschaftlern und Medizinern treffen. Der Bedarf für Österreich werde auf rund 30 Millionen Impfdosen geschätzt. „Experten rechnen damit, dass wir auch in den kommenden Jahren jeweils zwei Drittel der Bevölkerung, also über sechs Millionen Österreicher jährlich impfen müssen“, sagte Kurz.

          Im Sommer werde man mit der Impfung zwar zur Normalität zurückkehren können, ausgestanden sei die Pandemie jedoch noch lange nicht. Vor allem wegen der aufkommenden Mutationen werde man noch lange Zeit mit ihr beschäftigt sein: „Darauf und auf die Phase nach dem Sommer müssen wir uns rechtzeitig vorbereiten“.

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