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Covid-Impfstoff aus China : Wer Patriot ist, lässt sich impfen

Wissenschaftler in Peking arbeiten im September an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus Bild: AFP

China hat es im Rennen um den Corona-Impfstoff spürbar eilig. Schon jetzt wurden Hunderttausende Präparate injiziert, deren Wirksamkeit noch gar nicht bewiesen ist.

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          Chinas Gesundheitsbehörden haben zwar noch gar keinen Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Trotzdem bekamen die Mitarbeiter des Fernsehsenders Phoenix TV im September eine Nachricht von ihrem Chef, dass sie sich gegen Sars-CoV-2 impfen lassen könnten. Achtzig Prozent der Leute in ihrer Abteilung hätten sich gemeldet, berichtet eine Journalistin. Anfangs habe sie Bedenken gehabt, dass das Präparat womöglich Auswirkungen auf ihre Gebärfähigkeit haben könnte. Doch dann habe sie sich „entschieden, an den Impfstoff zu glauben“. Schließlich sei seine Entwicklung „von globaler Bedeutung“. Die Firma Sinopharm, von der das Mittel stammt, könne sich Fehler oder Mauscheleien schlicht nicht erlauben.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Frau ist nur eine von Hunderttausenden, die in China nach Sinopharms Angaben längst gegen Covid geimpft sind. Die Gesundheitskommission genehmigte im Juli eine sogenannte „Notfallverwendung“ für besonders gefährdete Gruppen. Dazu gehörten Flugbegleiter, Mediziner und Mitarbeiter von Staatsfirmen, die ins Ausland reisen. Inzwischen ist der Kreis der Zielpersonen aber so sehr ausgeweitet worden, dass selbst die Torwärter der Wohnanlagen in Pekings Diplomatenviertel schon geimpft sind. Zur Begründung heißt es, dass sie viel mit Ausländern zu tun hätten und ihr Ansteckungsrisiko deshalb höher sei.

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