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3,5 Millionen Dosen pro Woche : Viel Booster, wenig Regeln

Corona-Impfung in London am Mittwoch Bild: AP

Die britische Regierung bestellt 114 Millionen neue Impfdosen für ihr Booster-Programm. So will sie die Pandemie auch ohne Kontaktbeschränkungen eindämmen. Doch viele Briten zeigen sich verunsichert.

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          Die britische Regierung hat für ihr Booster-Programm Verträge über 114 Millionen weiterer Corona-Impfdosen abgeschlossen. Gesundheitsminister Sajid Javid sagte am Donnerstag, mit den Lieferungen werde sichergestellt, dass auch nach der aktuellen Auffrischungskampagne genügend Dosen bis ins Jahr 2023 verfügbar seien. Die Verträge mit den Pharmaunternehmen Pfizer und Moderna sollen modifizierte Impfstoffe beinhalten, die mehr Schutz gegen Virus-Varianten bieten. Allerdings müssten diese erst genehmigt werden.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Der staatliche Gesundheitsdienst NHS ächzt laut Zeitungsberichten unter der Beschleunigung der Impfkampagne, die Premierminister Boris Johnson verfügt hat. Bis Ende kommenden Monats sollen alle Erwachsenen im Vereinigten Königreich geboostert sein oder zumindest einen Termin für die Auffrischimpfung haben. Bisher sind mehr als 18 Millionen Briten zum dritten Mal geimpft. Um das Ziel zu erreichen, müssen nun 3,5 Millionen Dosen pro Woche verimpft werden – eine Million mehr als bisher.

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          Die Verantwortlichen für die mehr als 3000 Impfstellen – die Hälfte davon Apotheken – wurden aufgefordert, ihre Kapazitäten zu erhöhen. Apotheker und Allgemeinärzte erhalten für die anfallende Mehrarbeit Boni sowie Zuschläge für Sonntagsdienste und Hausbesuche. Aber eine hohe NHS-Vertreterin sagte am Donnerstag, viele Mediziner hätten keine Kapazitäten mehr über ihre Routineaufgaben hinaus. Das Personal arbeitete „mit halsbrecherischerem Tempo” an der Ausdehnung der Impfkampagne, sagte Amanda Pritchard, die Chefin von „NHS England”. Unterstützt wird der Gesundheitsdienst von Tausenden Freiwilligen und der Armee.

          22 Omnikron-Fälle nachgewiesen

          Die Regierung hofft, über die massive Intensivierung des Impfprogramms – Booster werden jetzt schon drei Monate nach der zweiten Impfung angeboten – den möglicherweise nachlassenden Impfschutz gegen die Omnikron-Variante zu kompensieren. Bisher wurden 22 Fälle im Königreich nachgewiesen. Ein israelischer Kardiologe, der vor zwei Wochen auf einem Fachkongress in London war, äußerte die Vermutung, dass er sich dort mit der Omnikron-Variante angesteckt hat. Das nährte Befürchtungen, dass sie schon länger in Großbritannien zirkuliert.

          Viele Briten zeigen sich verunsichert über die Regierungslinie, derzufolge keine Kontaktbeschränkungen nötig sind. Zahlreiche Firmen haben schon die Weihnachtsfeiern abgesagt. Dies entspreche nicht den Weisungen, sagte ein Regierungssprecher. Vielmehr sei die Linie, dass die Bürger die Lage selbst beurteilen sollten.

          Offenbar üben aber selbst Regierungsstellen Vorsicht. Ein Staatssekretär im Wirtschafts­ministerium sagte, sein Haus werde „in diesem Jahr keine große Party abhalten”. Arbeitsministerin Thérèse Coffey empfahl allen, „das Weihnachtsfest zu genießen”, fügte aber an, dass sich Fremde nicht unbedingt „knutschen“ sollten. Bisher müssen die Briten nur eine Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften tragen.

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