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Corona-Hotspot in Dagestan : Hilferuf an die Mächtigen in Moskau

Präsident Putin während der Telefonkonferenz mit den Republikführern und dem Mufti Dagestans am Montag Bild: AFP

In der Nordkaukasus-Teilrepublik Dagestan ist die Situation mit dem Coronavirus außer Kontrolle. Die Führung hat sich nun an Moskau gewandt – und offenbart die Ausmaße der Pandemie in Russland.

          3 Min.

          Dagestan schafft es selten auf die große Bühne der russischen Politik. In den Nachrichten vom Westufer des Kaspischen Meeres geht es meist um den Kampf gegen islamistische Aufständische oder Korruption, Stolz und Lichtblick sind erfolgreiche Kampfsportler. Doch jetzt ist die Nordkaukasus-Teilrepublik mit mehr als drei Millionen Einwohnern zu einem Zentrum der Corona-Pandemie in Russland geworden. So schlimm ist die Lage, dass örtliche Funktionäre um Hilfe gerufen haben und dass sich Präsident Wladimir Putin einschalten musste.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die offiziellen Zahlen aus Dagestan, mit 3553 Erkrankungsfällen am Dienstag, gelten als unglaubwürdig. Das prangern Aktivisten an und machen der Regionalregierung Druck. Die genießt wenig Ansehen. Der frühere Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Magomedchan Gamsatchanow sagte nun, die Bevölkerung vertraue der – von Moskau eingesetzten – Führung in der Regionalhauptstadt Machatschkala nicht. Sie habe stattdessen Gerüchten aus sozialen Medien geglaubt, dass das Virus nicht gefährlich sei, was zu einer „katastrophalen Situation“ geführt habe.

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