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Die nächsten Corona-Gerüchte : Fing die Pandemie etwa in Paris an?

Reisende am Gare de Lyon in Paris. Bild: EPA

Mal soll es Kalifornien gewesen sein, nun Frankreich. Was ist dran an den Studien, die in Frage stellen, dass die Pandemie in Wuhan ihren Ausgang nahm?

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          Die Geschichten gleichen sich. Ihr Motto lautet stets: Vergesst alles, was ihr bisher über den Ursprung der Coronavirus-Pandemie wusstet. In Europa, so geht eine der aktuelleren Geschichten, grassierte schon im Herbst vergangenen Jahres das neue Coronavirus. Im Grunde handelt es sich dabei um die Kopie einer Erzählung, die vor einem Monat an der amerikanischen Westküste grassierte.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Damals gipfelte das Gerücht in der so schönen wie falschen Pointe, schon im Herbst 2019 habe die Ausbreitung der Sars-CoV-2-Seuche für eine Herdenimmunität in Kalifornien gesorgt. Ganz Kalifornien also immun? Die traurige Wahrheit hat die Westküste mittlerweile eingeholt; ein Monat hat gereicht, um die Vereinigten Staaten weltweit und mit Abstand an die Spitze der Infektions- und Sterbestatistik der Covid-19-Pandemie zu befördern. Der Genetiker und Sars-CoV-2-Experte Trevor Bedford aus Seattle versuchte zwar noch im selben Moment, in dem die Gerüchte kursierten, den Gegenbeweis anzutreten. Er ließ 3600 Abstrichproben von Patienten mit „grippeähnlichen“ Symptomen von Januar nachuntersuchen, fand aber – nichts. Kein Sars-CoV-2 jedenfalls. Stattdessen humane Metapneumoviren, RSV, Influenzaviren, Rhinoviren, Erkältungs-Coronaviren.

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