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Corona-Krise : Düstere Aussichten für Amerika

Selbst Trump scheint den Ernst der Lage mittlerweile erkannt zu haben. Bild: AP

Die Amerikaner ahnen, was noch auf sie zukommen dürfte, wenn selbst Präsident Donald Trump seine Vorhersagen so revidiert, dass an der Katastrophe nichts zu deuteln ist.

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          Mitte Januar glaubte der amerikanische Präsident noch, bei Covid-19 handele es sich einfach nur um eine Grippe, kein Grund zur Aufregung, alles werde gut. Welch ein kolossaler Irrtum! Mehrere Kehrtwenden später ist klar: Auch Donald Trump kann mit von Ahnungslosigkeit durchsetztem Optimismus die erschreckende Wirklichkeit und die düsteren Prognosen nicht überspielen. Jetzt wäre er schon froh, wenn es gelänge, die Zahl der Corona-Toten bei 100.000 zu halten – „eine furchtbare Zahl“.

          Leichtfertigkeit und Führungsschwäche

          Ja, eine furchtbare Zahl, hinter der sich vieles verbirgt, von unzureichender Vorsorge und Vorbereitung bis zu Leichtfertigkeit und Führungsschwäche. Auch in dieser Krise zeigen sich Qualität und (In-)Kompetenz des politischen Personals, das sich im Übrigen über seine wissenschaftlichen Ratgeber nicht beschweren kann.

          Zudem treten jetzt die strukturellen Mängel im Gesundheitswesen brutal zutage: in der Spitze überragend, in der Breite oft ungenügend; so ungenügend wie die unzureichende Ausstattung mit medizinischem Gerät, das jetzt dringend gebraucht wird.

          Anfang Juni würden sich die Vereinigten Staaten, so Trump, auf dem Weg aus der Krise befinden. Nicht Ostern, nicht im Mai. Vielleicht noch später? Die Amerikaner ahnen, was noch auf sie zukommen dürfte, wenn selbst der Präsident seine Vorhersagen so revidiert, dass an der Katastrophe nichts zu deuteln ist. Und dann werden sie fragen, ob es tatsächlich so schlimm hat kommen müssen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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