Trotz neuer Infektionswelle :
Belgien verabschiedet sich von der Maskenpflicht

Von Thomas Gutschker, Brüssel
Lesezeit: 3 Min.
Ein Schild im belgischen Mechelen weist auf die Maskenpflicht hin.
Belgien gehört zur Spitzengruppe der Länder mit den meisten Neuinfektionen in Europa. Trotzdem lockert das Land die Schutzmaßnahmen. Warum?

Auf der Karte der EU-Infektionsschutzbehörde ist Belgien ein einziger dunkelroter Fleck. Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen lag in den vergangenen zwei Wochen bei 139 Fällen auf 100.000 Einwohner. In der Europäischen Union gehört das Land damit zur Spitzengruppe; nur Spanien, die Tschechische Republik, Frankreich, Luxemburg und Malta verzeichnen noch höhere Werte. Doch während in vielen Ländern die Schutzmaßnahmen wieder hochgefahren werden, geht Belgien mit seinen 11,5 Millionen Einwohnern einen ungewöhnlichen Weg: Es lockert die Beschränkungen wieder. „Unser Land bewegt sich vom Krisen- zum Risikomanagement“, sagte die amtierende Ministerpräsidentin Sophie Wilmès nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats. „Wir lernen, mit dem Risiko des Coronavirus in unserer Gesellschaft zu leben.“ Viele Belgier nahmen das erleichtert auf, doch warnten Fachleute, die Regierung sende das falsche Signal.

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