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Krisenbekämpfung : Chinas bitterböse Ironie

Gibt den Weltenretter: Der chinesische Präsident und KP-Chef Xi Jinping. Bild: dpa

In China nahm die Pandemie durch Vertuschung ihren Anfang, trotzdem inszeniert sich Präsident Xi als Krisenmanager – in der weltweiten Bekämpfung könnte sein Land zur globalen Ordnungsmacht werden.

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          Eigentlich ist es eine bitterböse Ironie der Corona-Pandemie, aber eine, die noch lange ihre Spuren in der Welt hinterlassen wird. Es sind die Spuren Chinas. Erst haben lokale Behörden und die Führung in Peking den Ausbruch der Epidemie zu vertuschen versucht und wichtige Informationen zurückgehalten. Dann wurde die Stadt Wuhan und die sie umgebende Provinz quasi stillgelegt, und zwar im Wortsinne.

          Und nun gefällt sich Präsident Xi Jinping in der Pose des erfolgreichen Krisenmanagers an der Spitze des kommunistischen Staates, an dem sich die Welt ein Beispiel nehmen könne: Xi schickt medizinische Hilfsgüter nach Europa und telefoniert, wie sein Ministerpräsident, mit anderen Staats- und Regierungschefs, zum Beispiel mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Mit dem sprach er sich für die Einberufung eines G-20-Gipfeltreffens aus, um die  internationale Bekämpfung von Covid-19 besser zu koordinieren. Wogegen natürlich überhaupt nichts spricht, im Gegenteil. Der Mangel an internationaler Koordinierung in dieser Krise sticht ja geradezu hervor. Umso mehr fallen die russischen und chinesischen Flugzeuge auf, welche Hilfsgüter und medizinisches Personal nach Italien bringen.

          Amerika ist auf dem Rückzug, andere übernehmen das Kommando

          Dieser Mangel hat natürlich auch mit einer Leerstelle zu tun, und diese Leerstelle heißt Amerika. Der amerikanische Präsident hat mit sich zu tun, für die Welt hat er wenig Zeit. Schon zu der virtuellen Konferenz der G-7-Länder musste er gedrängt werden. Der chinesischen Führung ist das nicht entgangen. Während nach Ausbruch der Weltfinanzkrise 2008 die Vereinigten Staaten die Zügel in die Hand nahmen, hat China, dessen Bedeutung für die Weltwirtschaft seit damals stark zugenommen hat und das heute auch geopolitisch mit ganz anderem Selbstbewusstsein auftritt, diese Rolle in der Corona-Krise übernommen.

          Fachleute sehen darin schon das Wetterleuchten einer neuen globalen Ordnung. Es hat eben Konsequenzen, wenn die Vereinigten Staaten, die „alte“ globale Ordnungsmacht und Vormacht des Westens, auf „America first“ machen und das Heil in Unilateralismus und Rückzug zu sehen glauben. Dann springen andere in die Bresche – und werden irgendwann auch das Kommando übernehmen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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