https://www.faz.net/-gpf-ago5s

Australien und Neuseeland : Was der Abschied vom Null-Covid-Ziel bedeutet

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern Mitte September Bild: AP

Befürworter einer strengen Corona-Politik haben Australien und Neuseeland lange als Vorbild gepriesen. Beide Länder beenden aber nun ihre Null-Covid-Strategie. Das kann Touristen freuen – wenn auch nicht sofort.

          3 Min.

          Etwa drei Monate haben die Bewohner Sydneys im Lockdown verbracht. In der nächsten Woche dürfen sie endlich wieder ohne Einschränkung ihre Häuser verlassen, Kneipen, Geschäfte und Theater besuchen. Der Grund für die gute Nachricht: Der Bundesstaat New South Wales und seine Hauptstadt haben ihr Etappenziel geschafft, 70 Prozent der Bevölkerung, die älter als 16 Jahre alt ist, wurde zweimal gegen Corona geimpft. Einem nationalen Plan zufolge sind mit Erreichen des Ziels Lockerungen verbunden, auch wenn landesweit täglich derzeit noch mehr als 2000 Fälle dazukommen. „Wir haben den ersten großen Meilenstein überschritten, durch den die Australier ihr Leben zurückbekommen“, sagte Scott Morrison am Donnerstag in Canberra.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Sydney kann also erst einmal aufatmen, während andere Regionen weiter mit harten Beschränkungen leben, darunter Melbourne, das etwa 250 Tage im Lockdown verbracht hat, mehr Zeit als jede andere Stadt weltweit. „Die Öffnung in New South Wales sollte dem Rest des Landes als Zeichen der Hoffnung gelten“, sagte Morrison. Seine Regierung glaubt schon seit einigen Wochen nicht mehr daran, die Zahl der Neuinfektionen noch einmal auf null drücken zu können. Der Grund sei die Delta-Variante. „Überall auf der Welt haben die Menschen realisiert, dass mit der Delta-Variante das Virus irgendwann kommt. Das sehen wir in Neuseeland und hier in den östlichen Bundesstaaten“, sagte Morrison.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Wir feiern 3 Jahre F+

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Drei Jahre lang, lebte Daniela am Frankfurter Flughafen aus zwei Koffern (Symbolbild).

          Leben im Flughafen Frankfurt : Ohne Perspektive im Tarnmodus

          Drei Jahre hat Daniela im Frankfurter Flughafen gelebt. Alles, was sie besaß, steckte in zwei Koffern. Dass sie obdachlos war, versuchte sie dabei zu verheimlichen. Eine Geschichte vom Absteigen und Aufstehen.