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CNN-Interview : Myanmars Junta plant längeren Ausnahmezustand

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„Wir schießen mit Disziplin“: Myanmars Militärsprecher, aufgenommen am 26. Januar in Naypyitaw Bild: Reuters

Militärsprecher Zaw Min Tun spricht von mindestens einem weiteren halben Jahr. Wahlen solle es binnen zwei Jahren geben – allerdings nicht nach demokratischen Standards des Westens.

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          Die Junta in Myanmar plant offenbar, den von ihr verhängten einjährigen Ausnahmezustand in dem Krisenland zu verlängern. Der Sprecher der neuen Militärführung, Zaw Min Tun, sagte in einem Interview mit dem amerikanischen Sender CNN, die Maßnahme könnte „um sechs Monate oder länger“ ausgedehnt werden. Gleichzeitig versicherte er, dass „freie und faire Wahlen“ innerhalb von zwei Jahren durchgeführt würden, wie es von der Verfassung vorgegeben sei. „Die demokratischen Standards in Myanmar werden aber nicht die gleichen sein wie in westlichen Ländern“, so Zaw Min Tun.

          Der Sprecher wiederholte in dem Interview die Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der Parlamentswahl im November, die die festgesetzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi klar gewonnen hatte. Die Generäle hatten den Umsturz mit Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung begründet. Beweise legte Zaw Min Tun nicht vor.

          Für die Militärgewalt wies er die Schuld den Demonstranten zu, sie sei nur eine Reaktion auf deren Krawalle. „Es wird Tote geben, wenn die Ausschreitungen niedergeschlagen werden, aber wir schießen mit Disziplin.“ Seit dem Putsch von Anfang Februar gibt es immer wieder Berichte über brutale Militärgewalt. Die Armee schießt mit scharfer Munition auf Demonstranten, zudem ist von schwerer Folter bei Verhören die Rede.

          Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind bislang mindestens 614 Menschen von Einsatzkräften getötet worden. Mehr als 2850 sitzen derzeit in Haft. Suu Kyi soll sich im Hausarrest befinden, wurde aber seit dem Umsturz nicht mehr öffentlich gesehen.

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