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CIA macht Archiv öffentlich : Bin Ladin schaute Pornos und Häkelvideos

  • Aktualisiert am

Nach dem Einsatz gegen den Al-Quaida-Chef: Videoaufnahmen aus dem Innern des Anwesens im pakistanischen Abbottabad, wo sich der von einer amerikanischen Spezialeinheit getötete Usama bin Ladin versteckt hielt. Bild: dpa

Mehr als sechs Jahre nach der Tötung von Usama bin Ladin veröffentlicht das CIA eine riesige Sammlung von Dokumenten des Al-Qaida-Chefs. Das Material verspricht neue Einblicke in das Terrornetz – und in die privaten Vorlieben bin Ladins.

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          Der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA hat ein umfangreiches Archiv mit Videomaterial und einem Tagebuch des am 2. Mai 2011 von einem Spezialkommando in Pakistan getöteten Al-Qaida-Chefs Usama bin Ladin veröffentlicht. Der Besitz umfasse fast 470.000 Dokumente, teilte die CIA mit.

          „Die heutige Veröffentlichung der Briefe, Videos, Audiodateien und anderem Material ermöglicht den amerikanischen Bürgern, einen tieferen Einblick in die Arbeit und Pläne der Terrororganisation zu bekommen“, sagte CIA-Direktor Mike Pompeo.

          Das Material sei im Mai 2011 bei der Kommandoaktion in Pakistan zur Tötung Bin Ladins sichergestellt worden, hieß es weiter. Der ehemalige Präsident Barack Obama teilte damals mit, dass der 54 Jahre alte Terrorchef bei einem Schusswechsel mit einer Spezialeinheit in der Stadt Abbottabad getötet worden sei.

          Bin Ladin hatte das Terrornetz Al Qaida gegründet. Er gilt als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington, bei denen etwa 3000 Menschen starben.

          Nach Angaben von Forschern des Politikinstituts Foundation for Defense of Democracies (Stiftung für Verteidigung von Demokratien), die das Archiv vorab durchforsten konnten, ermöglicht diese Sammlung von Dokumenten in der Tat neue Erkenntnisse.

          „Diese Dokumente sind entscheidend für das Verständnis der Geschichte Al Qaidas und liefern neue Erkenntnisse über die Geschichte des ‚Islamischen Staates‘ und dessen Vorgänger-Organisationen“, sagte der Terrorismusexperte Thomas Joscelyn, der für die Stiftung arbeitet.

          Ein bei der Kommandoaktion im Mai 2011 beschlagnahmtes Video zeigt Usama Bin Ladin in seinem Versteck in Pakistan beim Fernsehschauen.
          Ein bei der Kommandoaktion im Mai 2011 beschlagnahmtes Video zeigt Usama Bin Ladin in seinem Versteck in Pakistan beim Fernsehschauen. : Bild: AP

          Sein Kollege Bill Roggio ergänzte: „Das Material wird uns für Jahre beschäftigen.“ Die Dokumente würden helfen, „einige der Leerstellen zu füllen, die wir noch hinsichtlich der Al-Qaida-Führung haben“, sagte Roggio.

          Trickfilme, Pornos und Häkelvideos

          Auch Einblicke in das Privatleben des Terroristen selbst sind durch das veröffentlichte Material möglich. Unter anderem erfreute sich der einst meist gesuchte Terrorist der Welt an der Dokumentation „Where in the World is Osama bin Laden“ (Wo in aller Welt ist Osama bin Laden).

          Rückschlüsse auf seine Sehgewohnheiten lassen auch dessen Sammlung von Trickfilmen zu wie „Antz“, „Chicken Little“, „Cars“ sowie die japanische Serie „Detective Concan“ auf Arabisch. Zur Sammlung des Terrorchefs gehörten auch Videoanleitungen zum Häkeln verschiedener Figuren wie einem Schmetterling.

          Nicht nur Videos mit Lebenstipps und eine Porno-Sammlung befinden sich in dem veröffentlichten Archiv, sondern für die Forscher ist vor allem Material von großem Interesse, das Rückschlüsse auf die Zusammenhänge in der islamistischen Szene zulässt.

          So konnten die Forscher ihren Angaben zufolge erstmals beweisen, dass Usama bin Ladin auch in seinen letzten Lebensjahren noch als Anführer der Terrororganisation fungierte – und damit nicht wie bisher vermutet aus eigenem Willen die Verantwortung abgab. Joscelyn ergänzte, die Dokumente bewiesen eindeutig, dass eine Verbindung zwischen Iran, der Terrormiliz „Islamischer Staat“ und der Al-Qaida-Führung bestehe.

          Das Archiv enthält nach Angaben der Forscher auch Tagebücher bin Ladins. Mit Hilfe des Materials können demnach Familienstrukturen um den Terroristenführer erstmalig klar aufgeschlüsselt werden. Die CIA veröffentlichte beispielsweise ein Hochzeitsvideo des Sohns Hamza bin Laden, von dem bisher nur Aufnahmen als Kind bekannt waren. Das gesamte Material von fast 550 Gigabyte können Nutzer herunterladen.

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