https://www.faz.net/-gpf-8vo2u

Wikileaks-Enthüllungen : CIA nutzt Schwachstellen in Smartphones und Fernsehern

  • Aktualisiert am

Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation des iPhone 7 Bild: AP

Mit Sicherheitslücken in Smartphones konnte die CIA laut Wikileaks Nachrichten trotz Verschlüsselung abhören. Dass der Geheimdienst offenbar niemanden vor den Schwachstellen warnte, stößt bei Fachleuten auf Unverständnis.

          Die mutmaßlichen Spähangriffe des amerikanischen Geheimdienstes CIA auf Alltagsgeräte wie Smartphones und Fernseher sind bei Fachleuten für Computersicherheit auf Kritik gestoßen. Laut Dokumenten, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden, soll die CIA eine Vielzahl von Sicherheitslücken in iPhones, Android-Smartphones und sogar Fernsehern identifiziert haben, um diese für Hackerangriffe und Abhöraktionen zu nutzen. Die aufgedeckten Software-Schwachstellen seien den Herstellern verschwiegen worden. Aus Sicht von IT-Experten setzte die CIA damit Millionen von Nutzern dem Risiko aus, selbst zum Ziel von Hackerangriffen zu werden.

          „Das Argument, eine Schwachstelle dem Hersteller nicht mitzuteilen, weil irgendwo ein Terrorist vielleicht einen Samsung-Fernseher benutzt und dabei gleichzeitig Tausende Amerikaner zu gefährden, halte ich für fundamental falsch“, sagte Alex Rice, der für die IT-Sicherheit-Firma Hacker One arbeitet, der „Washington Post“. Er bezieht sich auf eine angebliche Sicherheitslücke in Samsung-Fernsehern, die mit dem Internet verbunden sind. Dadurch habe die CIA laut Wikileaks theoretisch unbemerkt Tonaufnahmen in den Räumen der Nutzer anfertigen können. Die Wikileaks-Dokumente sollen zudem zeigen, dass die CIA mit Hilfe der Sicherheitslücken auch die Verschlüsselung von Nachrichten mit Apps wie WhatsApp oder Telegram umgehen konnte.

          Apple verspricht, Schwachstellen zu beheben

          Die Veröffentlichung lege nahe, dass die Regierung Schwachstellen absichtlich unaufgedeckt ließ, sagte Ben Wizner, Mitarbeiter der Bürgerrechtsorganisation ACLU der „New York Times“. „Diese Sicherheitslücken werden nicht nur von unseren eigenen Sicherheitsbehörden ausgenutzt, sondern auch von Hackern und Regierungen rund um den Globus.“ Schwachstellen zu beheben, anstatt sie zu sammeln, sei der richtige Weg zu mehr Sicherheit, sagte er. Die Organisation Privacy International teilte mit Blick auf die Wikileaks-Enthüllungen mit, sie habe bereits seit langem vor den Hacker-Fähigkeiten von Regierungen gewarnt. „Unzureichende Sicherheit in der zunehmenden Zahl an Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, vergrößern das Problem und machen den Zugang zu unserem Privatleben für Regierungen einfacher.“

          Die CIA kommentierte die Wikileaks-Veröffentlichung nicht. „Wir äußern uns nicht zur Authentizität oder den Inhalt von angeblichen Geheimdienst-Dokumenten“, sagte ein Sprecher. Auch der Sprecher von Präsident Donald Trump, Sean Spicer, wollte die Dokumente nicht kommentieren. Elektronik- und Softwarehersteller wie Samsung und Google äußerten sich zunächst ebenfalls nicht. iPhone-Produzent Apple teilte mit, dass mehrere der genannten Schwachstellen durch eine neue Version des Betriebssystems iOS bereits behoben seien. Das Unternehmen arbeite daran, weitere Sicherheitslücken zu identifizieren.

          Weitere Themen

          Liebesgrüße aus Spanien

          Regierungskritik in Ägypten : Liebesgrüße aus Spanien

          Aus dem spanischen Exil heraus befeuert ein früherer Geschäftspartner des Militärs mit Videobotschaften die Proteste gegen den ägyptischen Machthaber al Sisi. Doch seinem Aufruf zu folgen, bedeutet für viele volles Risiko.

          Topmeldungen

          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.
          Volles Risiko: Regimekritische Demonstranten am Freitag in Kairo

          Regierungskritik in Ägypten : Liebesgrüße aus Spanien

          Aus dem spanischen Exil heraus befeuert ein früherer Geschäftspartner des Militärs mit Videobotschaften die Proteste gegen den ägyptischen Machthaber al Sisi. Doch seinem Aufruf zu folgen, bedeutet für viele volles Risiko.

          SPD-Vorsitz : Die Letzten könnten die Ersten sein

          Sie stehen weder für einen Generationswechsel noch für radikale Positionen. Und dennoch kommt das Team Esken und Walter-Borjans beim Kampf um den SPD-Vorsitz gut an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.