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Wuhans Chronistin : „Ich verstehe nicht, warum sie mich so hassen“

  • -Aktualisiert am

Sie dürfen wieder weg: Krankenhauspersonal verabschiedet sich am Flughafen von Wuhan. Bild: EPA

Die Schriftstellerin Fang Fang hat ein Tagebuch über das Leben und Sterben im abgeriegelten Wuhan geschrieben. Nun ist die Stadt wieder zugänglich. Fang Fang aber will weiter gegen das Vergessen kämpfen – und für die Aufarbeitung.

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          An dem Tag, als in Wuhan die Aufhebung der Ausgangssperre angekündigt wurde, verfasste Fang Fang den letzten Eintrag in ihrem Tagebuch. 60 Tage lang hat die Schriftstellerin in einem Blog das Leben und Sterben in der abgeriegelten Stadt dokumentiert. In ganz China lasen und kommentierten Hunderttausende ihre täglichen Beobachtungen aus dem Epizentrum der Epidemie. Viele Chinesen fanden Trost darin, dass Fang Fangs Texte dem Leiden in Wuhan ein menschliches Gesicht gaben.

          Dass sie über mutige Ärzte und freiwillige Helfer schrieb wie über Leute von nebenan – und eben nicht so, als seien sie unerreichbare Helden, zu denen die Regierungspropaganda sie überhöhen wollte. Fang Fang gab der Wut vieler Bürger eine Stimme, weil sie Aufklärung über die politischen Versäumnisse in der Anfangsphase des Corona-Ausbruchs forderte. „Als Zeugen, die wir die tragischen Tage von Wuhan miterlebt haben, sind wir verpflichtet, für diejenigen Gerechtigkeit einzufordern, die gestorben sind“, schrieb sie in ihrem letzten Tagebucheintrag. Andernfalls werde die Stadt mit „der Schande des Vergessens“ befleckt sein.

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