https://www.faz.net/-gpf-9ya18

Wuhans Chronistin : „Ich verstehe nicht, warum sie mich so hassen“

  • -Aktualisiert am

Sie dürfen wieder weg: Krankenhauspersonal verabschiedet sich am Flughafen von Wuhan. Bild: EPA

Die Schriftstellerin Fang Fang hat ein Tagebuch über das Leben und Sterben im abgeriegelten Wuhan geschrieben. Nun ist die Stadt wieder zugänglich. Fang Fang aber will weiter gegen das Vergessen kämpfen – und für die Aufarbeitung.

          4 Min.

          An dem Tag, als in Wuhan die Aufhebung der Ausgangssperre angekündigt wurde, verfasste Fang Fang den letzten Eintrag in ihrem Tagebuch. 60 Tage lang hat die Schriftstellerin in einem Blog das Leben und Sterben in der abgeriegelten Stadt dokumentiert. In ganz China lasen und kommentierten Hunderttausende ihre täglichen Beobachtungen aus dem Epizentrum der Epidemie. Viele Chinesen fanden Trost darin, dass Fang Fangs Texte dem Leiden in Wuhan ein menschliches Gesicht gaben.

          Dass sie über mutige Ärzte und freiwillige Helfer schrieb wie über Leute von nebenan – und eben nicht so, als seien sie unerreichbare Helden, zu denen die Regierungspropaganda sie überhöhen wollte. Fang Fang gab der Wut vieler Bürger eine Stimme, weil sie Aufklärung über die politischen Versäumnisse in der Anfangsphase des Corona-Ausbruchs forderte. „Als Zeugen, die wir die tragischen Tage von Wuhan miterlebt haben, sind wir verpflichtet, für diejenigen Gerechtigkeit einzufordern, die gestorben sind“, schrieb sie in ihrem letzten Tagebucheintrag. Andernfalls werde die Stadt mit „der Schande des Vergessens“ befleckt sein.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Auf dem Bau gibt es „Bauflation“: Vieles wird teurer.

          Hohe Preissteigerungen : Bauen wird deutlich teuer

          Wer in sein Haus investiert, bekommt es zu spüren: Viele Materialien steigen kräftig im Preis – vor allem Holz, Metalle und Kunststoffe.

          Protektionismus der 1930er : „Ein bösartiges Produkt von Dummheit und Gier“

          Trumps Handelspolitik weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise und den Protektionismus der dreißiger Jahre. Damals löste Herbert Hoover mit einem höchst umstrittenen Zollgesetz fatale Gegenreaktionen aus. Heute jedoch ist unser Wohlstand nicht von Amerika bedroht. Ein Gastbeitrag.
          DOSB-Präsident Alfons Hörmann kontrolliert von oben herab.

          Alfons Hörmanns DOSB : Die Schläfer müssen endlich aufwachen

          Kaum jemand in den Machtzirkeln des organisierten deutschen Sports kann oder will DOSB-Präsident Hörmann Paroli bieten. Dabei gibt es auch abseits der Vorwürfe in dem anonymen Brief Kritikpunkte.