https://www.faz.net/-gpf-a79m5

Chronik der Erstürmung : Vier Stunden Rebellion

  • -Aktualisiert am

Sturm auf die Volksvertretung: Ein Mob vor dem Kapitol am 6.Januar 2021 Bild: Reuters

Ein Mob erstürmt das Kapitol. Der Kongress erlebt dramatische Momente. Unser Korrespondent war als einziger deutscher Journalist im Senat und wurde mit den Politikern in Sicherheit gebracht.

          9 Min.

          Es ist Viertel nach zwei. Vizepräsident Mike Pence sitzt auf dem Stuhl des Senatspräsidenten und hat gerade James Lankford das Wort erteilt. Der Republikaner aus Oklahoma gehört zu einer Gruppe von Rebellen um den Texaner Ted Cruz, die den Parlamentstag für eine Protestaktion nutzen wollen. Kurz zuvor war die gemeinsame Sitzung beider Kongresskammern im Repräsentantenhaus unterbrochen worden, weil die Gruppe Einspruch dagegen eingelegt hatte, dass die elf Stimmen Arizonas dem Demokraten Joe Biden zugesprochen werden sollen. Das Gesetz sieht in dem Fall vor, dass die Kammern in getrennten Sitzungen über den Einspruch debattieren.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Während Lankford nun die gleichen Argumente vorträgt, die zuvor schon Cruz erläutert hatte – man müsse es doch ernst nehmen, wenn ein großer Teil der Wählerschaft nicht glaube, die Wahl sei fair verlaufen –, bricht vorne am Präsidiumstisch Hektik aus. Pence wird von Sicherheitskräften aus dem Raum geführt. Chuck Grassley will den Vorsitz übernehmen, wie es seine Aufgabe als „President pro tempore“ ist. Doch der Senator aus Iowa kommt nicht zu Wort: Ein Sergeant der Kapitolspolizei stellt sich vor die Senatoren. Er ist außer Atem und sagt nur: „Wir haben einen Notfall.“ Die Sitzung wird unterbrochen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Attila Hildmann : Für ihn sind alle Feinde Juden

          Attila Hildmann ist vor der Justiz in die Türkei geflohen. Dort lässt er seinem Antisemitismus nun freien Lauf. Vorher nutzte er noch Codewörter, die auch bei manchen Querdenkern und Corona-Leugnern beliebt sind.
          Brennpunkt mit viel Zuwanderung: Eine Hochhaussiedlung in Bremen (Archivbild von September 2011)

          Falsche Väter : Perfides Geschäft mit schwangeren Frauen?

          In Bremen beantragen immer mehr schwangere Frauen aus Afrika Sozialleistungen. Sie geben an, der Kindsvater sei deutscher Staatsbürger. Steckt dahinter organisierte Kriminalität?