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Christen in den Emiraten : Im Reich der Marien-Moschee

Warten auf den Papst: Christen in den Emiraten vor einem Marienschrein, hier in Dubai Bild: Reuters

In den Vereinigten Arabischen Emiraten leben viele Christen. Jetzt geht für sie ein Traum in Erfüllung: Sie bekommen Besuch von Papst Franziskus. Eingeladen hat ihn Kronprinz Muhammad Bin Zayed Al Nahyan.

          10 Min.

          Paul hat seinem Sohn den Namen Faith gegeben, Faith wie Glauben. Dass Faith noch lebt, sagt Paul, hätten sie einem Wunder zu verdanken. Und der Spenderniere seiner Frau Diane. Gerade hat Paul wieder einmal Gott dafür gedankt, dass der kleine Junge die Operation gut überstanden hat und dass es keine Komplikationen gibt. Das Krankenhaus ist nicht weit entfernt von der St.-Joseph-Kathedrale von Abu Dhabi, und daher ist es gar keine Frage, dass die ganze Familie nach der Kontrolluntersuchung dorthin fährt, um neben dem Kirchengebäude an einem haushohen steinernen Schrein mit einer Marienstatue eine Kerze anzuzünden.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Paul stammt aus Kerala. Viele gläubige Christen aus der südindischen Provinz sind wie er der Armut entflohen, in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo sie Arbeit gefunden haben. Viele sind wie Paul Katholiken. Sie pilgern täglich auf das weitläufige Gelände der schlichten, langgestreckten und glockenturmlosen Kirche. Mancher geht täglich vor der Arbeit, lange bevor die Sonne aufgeht, zur Messe am frühen Morgen. Mancher schläft nach einem langen Tag erschöpft in der Abendmesse auf der Kirchenbank ein. „Es sind schwierige Zeiten“, sagt Paul. Der Wirtschaft gehe es schlechter als früher. „Aber wenn ich zum Gottesdienst gehe, dann schöpfe ich Kraft, dann empfinde ich Glück. Ich fühle mich jedes Mal so wie ein junger Bursche, dessen Freundin gerade seinen Heiratsantrag angenommen hat.“ Und als Anfang Dezember in der Kirche verkündet wurde, dass Papst Franziskus bald nach Abu Dhabi reisen wird, konnte er sein Glück kaum fassen. „Ich konnte sehen, wie alle Gesichter um mich herum strahlten“, berichtet er. „Ich hätte das niemals für möglich gehalten.“

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