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Attentat in Christchurch : Serbischer Extremismus in Neuseeland

Für manche Serben ist Radovan Karadzic immer noch ein Held, wie dieses Belgrader Graffiti zeigt. Bild: AFP

Utøya und Christchurch zeigen: Für islamophobe Rechtsradikale bietet der serbische Ultranationalismus eine wichtige Ergänzung ihres Hasspanoramas.

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          Im Sommer 2011 tötete ein Norweger in seiner Heimat 77 Menschen. Im März 2019 erschoss ein Australier in Neuseeland 50 Moscheebesucher. Für beide Männer spielte der Hass auf Muslime eine zentrale Rolle. Doch nicht nur ihren Hass teilen sie. Sie haben ihn auch aus den gleichen Quellen genährt. Beide verehren den zu lebenslanger Haft verurteilten bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic. Beide sehen im serbischen Ultranationalismus Ansporn, Vorbild und Ermutigung. Damit sind sie nicht allein. In den Hassgruben rechtsradikaler Chatforen werden Karadzic, sein ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilter General Ratko Mladic und andere serbische Großverbrecher als Helden gefeiert.

          Folgt man der Logik solcher Menschen, ist das verständlich. Natürlich beziehen sich Rechtsradikale besonders gern auf Hitler, doch als ideologische Inspiration für den Kampf gegen Muslime ist der ungeeignet. Um möglichst viele Juden und Kommunisten zu vernichten sowie dem britischen Weltreich zu schaden, hatte der Nationalsozialismus schließlich punktuell mit dem Islam paktiert. Auf dem Balkan wurde sogar eine muslimische SS-Division ausgehoben. Ein zentrales Feindbild war der Islam für Hitler nicht.

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