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Nach der Türkei-Wahl : Ince erkennt Erdogans Sieg an

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Muharrem Ince, Präsidentschaftskandidat der Oppositionspartei CHP, am Montag bei einer Pressekonferenz in Ankara Bild: Reuters

Kurz vor der Wahl hat Muharrem Ince ein Millionenpublikum angezogen. Der Präsidentschaftskandidat der größten Oppositionspartei CHP wollte Erdogan in eine Stichwahl um das Präsidentenamt zwingen – und scheiterte.

          Der Präsidentschaftskandidat der größten Oppositionspartei CHP hat den Sieg von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bei den Wahlen in der Türkei anerkannt. „Ich erkenne die Wahlergebnisse an“, sagte der unterlegene CHP-Kandidat Muharrem Ince am Montag in Ankara. Erdogan wurde am Sonntag offiziellen Angaben zufolge bereits im ersten Wahlgang mit mehr als 50 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, das seit dem Referendum vom April 2017 mit umfangreichen Machtbefugnissen verbunden ist.

          Ince äußerte am Montag große Sorgen über die Zukunft des Landes. Die Opposition hatte für den Fall eines Erdogan-Sieges vor einer „Ein-Mann-Herrschaft“ gewarnt.

          Der CHP-Kandidat beklagte zudem Unregelmäßigkeiten bei der Wahl, die noch aufgeklärt werden müssten. Auch Wahlbeobachter hatten Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am Sonntag gemeldet. Erdogan hatte dagegen von einem „Fest der Demokratie“ gesprochen. Die Opposition hatte bei der Stimmenauszählung Manipulationsvorwürfe erhoben. Vereinzelt kam es zu Protesten von Anhängern der Opposition.

          Der stärkste Herausforderer

          Erdogan steht damit an der Spitze des von ihm selbst geschaffenen Präsidialsystems, das von seinen Kritikern als autokratische Herrschaft bezeichnet wird. Das Volk habe ihm den Auftrag zur Präsidentschaft und Regierung gegeben, sagte Erdogan am Abend bei einer kurzen Ansprache in Istanbul.

          Ince war sein stärkster Herausforderer. Er konnte seine Position im Wahlkampf zwar ausbauen, bekam letztlich aber nur etwa 31 Prozent – zu wenig, um Erdogan in eine Stichwahl zu zwingen.

          Auch bei der Parlamentswahl entfielen die meisten Stimmen auf Erdogans AKP beziehungsweise die Allianz, die die Partei mit der nationalistischen MHP eingegangen war. Zusammen erreichten sie im Parlament die absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag in der Türkei bei gut 87 Prozent.

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