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Chinas Antwort auf Manöver? : Flugzeuge dringen in Taiwans Luftverteidigungszone ein

Chinesische J-16 Kampfflugzeuge vor einem Übungsflug Bild: AP

Innerhalb von zwei Tagen verletzt China mit 53 Flugzeugen Taiwans Luftraumidentifikationszone. Die Aktion ist wohl eine Antwort auf ein amerikanisches Manöver. Möglicherweise will China aber auch Taiwans Militärressourcen verschleißen.

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          Die militärischen Spannungen um Taiwan nehmen wieder zu. Die chinesische Luftwaffe drang am Sonntag und Montag mit insgesamt 53 Flugzeugen in die taiwanische Luftverteidigungszone ein. Es waren die umfangreichsten Luftmanöver seit Oktober, als Peking innerhalb von vier Tagen knapp 150 Flugzeuge in den südlichen Teil der taiwanischen Luftverteidigungszone entsandt hatte.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          In Taiwan wurde die Drohgebärde als Botschaft an die Vereinigten Staaten und Japan verstanden. Die beiden Staaten hatten in der vergangenen Woche ein gemeinsames Seemanöver im Philippinischen Meer östlich von Taiwan abgehalten.

          Daran beteiligt waren die beiden amerikanischen Flugzeugträger USS Carl Vinson und USS Abraham Lincoln, zwei amphibische Kampfgruppen und ein japanischer Hubschrauber-Zerstörer. Der Kommandeur der in Japan stationierten siebten US-Flotte, Vizeadmiral Karl Thomas, schrieb dazu auf Twitter: „Freiheit vom Feinsten.“ Ziel sei es, das amerikanische Engagement für einen freien und offenen Indo-Pazifik zu demonstrieren.

          „Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten“

          Der amerikanische Präsident Joe Biden und der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida hatten sich vergangene Woche in einem Telefonat nach amerikanischen Angaben darauf verständigt, Chinas Ausgreifen im Ost- und Südchinesischen Meer gemeinsam zurückzudrängen. Aus japanischer Sicht geht es dabei auch um die von Japan kontrollierten Senkaku/Diaoyu-Inseln, die auch China für sich reklamiert. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums warf beiden Ländern am Montag „unbegründete Hetze und Angriffe gegen China“ sowie „Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten“ vor.

          Die amerikanischen Flugzeugträgerverbände fuhren am Sonntag zu weiteren Manövern ins Südchinesische Meer ein, wie das Pentagon am Montag mitteilte. Geplant seien unter anderem Übungen zur Abwehr feindlicher U-Boote.

          An den chinesischen Flugmanövern in der taiwanischen Luftverteidigungszone waren neben Kampfflugzeugen auch Flugzeuge für elektronische Kriegsführung beteiligt. Die taiwanische Luftwaffe ließ als Reaktion eigene Kampfflugzeuge aufsteigen. Fachleute gehen davon aus, dass es China bei den fast täglichen Manövern rund um Taiwan auch um den Verschleiß von taiwanischen Militärressourcen geht. Erst vor wenigen Tagen war ein taiwanischer Kampfpilot bei einem Absturz mit einer F-16V tödlich verunglückt. Taiwan drängt darauf, die bis 2026 geplante Lieferung von 70 neuen amerikanischen Kampfflugzeugen vom Typ F-16s zu beschleunigen.

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