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China : Schmerzensgeld für japanische Bomben

  • Aktualisiert am

Anti-japanischer Protest in Peking Bild: AFP

Eine 84-jährige Chinesin fordert von Japan Entschädigung für einen Bombenangriff aus dem Jahre 1941. Der Prozess zeigt, wie schlecht die Beziehungen Pekings zu Tokio sind.

          Die 84 Jahre alte Su Liangxiu aus der Stadt Chengdu ist am Dienstag in Tokio eingetroffen. Vor dem dortigen Distriktgericht will die Frau Schmerzensgeld in Höhe von umgerechnet gut 96.000 Dollar erstreiten. Bei einem Bombenangriff auf Chengdu am 27. Juli 1941 seien ihre Großmutter, Mutter, zwei Tanten und zwei jüngere Brüder getötet und sie selbst schwer verletzt worden. Als Spätfolge des Angriffs leide sie bis heute an einer Gehbehinderung.

          Die staatliche Zeitung „China Daily“ berichtet ausführlich über den Fall. Das Blatt legt großen Wert darauf, dass die japanischen Bomber während des in China so genannten „Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression“ von 1937 bis 1945 gezielt Zivilisten angegriffen hätten. Das Thema wird seit einigen Monaten von chinesischen Medien prominent behandelt. China wirft Japan vor, die vielen Verbrechen japanischer Soldaten während des Krieges nicht oder nicht ausreichend aufgearbeitet zu haben.

          Hintergrund der Eskalation sind sowohl Territorialstreitigkeiten zwischen beiden Ländern im Ostchinesischen Meer als auch die zunehmend nationalistischere Haltung der japanischen Regierung. Diese möchte die Verfassung des Landes ändern, in der bis jetzt festgeschrieben ist, dass die Streitkräfte Japans ausschließlich zur Verteidigung des eigenen Staatsgebietes eingesetzt werden dürfen.

          Die Klägerin Su Liangxiu tritt in einem Verfahren auf, das mit mehreren chinesischen Klägern seit 2006 läuft und von einem japanischen Anwalt geführt wird. Die chinesische Seite begründet die Klagen unter anderem damit, dass Japan die Vereinigten Staaten nach 1945 wegen der amerikanischen Bombenangriffe auf Tokio ebenfalls verklagt und Recht bekommen habe.

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