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Chinas „Neue Seidenstraße“ : Ohne großen Masterplan

Diese 100-Yuan-Noten zeigen den Kopf von Mao Zedong. Bild: dpa

„Schuldenfallen-Diplomatie“ als Kampfbegriff: Zahlreiche Wissenschaftler werfen China vor, mittellose Länder durch Kreditangebote in die Abhängigkeit zu treiben. Neue Studien stützen diese Vorwürfe nicht.

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          Vor gut zwei Jahren prägte der indische Wissenschaftler und Kommentator Brahma Chellaney eine wenig schmeichelhafte Vokabel zur Umschreibung von Chinas neuer Seidenstraße: Schuldenfallen-Diplomatie. Sein Vorwurf: Das Land vergebe gezielt Kredite an mittellose Länder, die sie nicht zurückzahlen könnten, um sie von sich abhängig zu machen und den eigenen geostrategischen Interessen zu unterwerfen. Konkret warf er Peking vor, seiner Marine auf diese Weise Zugang zu ausländischen Häfen zu sichern und so seine militärische Expansion voranzutreiben.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Chellaneys einprägsame Vokabel hat sich seither zu einem Evergreen der Debatte über die chinesische Infrastrukturinitiative entwickelt. Befördert wurde das von der amerikanischen Regierung, die „die Schuldenfalle“ zum Kampfbegriff erhoben hat. Im März etwa sagte Außenminister Mike Pompeo, Peking nutze „die Schuldenfalle, um Länder in eine Lage zu bringen, in der es nicht mehr um einen kommerziellen Vorgang, sondern um einen politischen Vorgang geht, der darauf ausgerichtet ist, Schaden zu verursachen und politischen Einfluss in dem Land zu gewinnen“.

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