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Angst vor einer Invasion : Wenn Taiwan fällt

Das taiwanische Militär übt für den Ernstfall; hier im Mai 2019. Bild: Reuters

Einen Krieg mit Amerika will China eigentlich nicht riskieren. Doch was, wenn Peking in diesem Herbst eine einmalige Gelegenheit für die Eroberung der Insel wittert?

          6 Min.

          Mal angenommen, Donald Trump verliert die Präsidentenwahl ganz knapp. Er erkennt das Ergebnis nicht an. Es kommt zu einer Verfassungskrise und einem großen Durcheinander. Das könnte auch am anderen Ende der Welt, in China, zu hektischer Betriebsamkeit führen und die Gefahr eines Krieges für eine kurze Phase signifikant erhöhen. „Peking würde darin eine Gelegenheit sehen, die nur alle tausend Jahre wiederkehrt“, sagt Steve Tsang, der Direktor des SOAS China Institute an der University of London. Er meint damit die Gelegenheit, Taiwan einzunehmen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Dazu könnte es Tsang zufolge unter zwei Voraussetzungen kommen. Erstens, wenn China zu der Auffassung käme, dass die Vereinigten Staaten derart politisch gelähmt sind, dass sie Taiwan militärisch nicht zu Hilfe eilen könnten. Zweitens, wenn die Volksbefreiungsarmee rechtzeitig vor der Amtseinführung des nächsten amerikanischen Präsidenten genügend Truppen und Material in der Nähe der Insel zusammenzöge. Bisher gibt es dafür keinerlei Anzeichen. Es ist nur ein Szenario, mit vielen Wenn und Aber. Doch dass solche Gedankenspiele von führenden China-Forschern überhaupt angestellt werden, zeigt, wie fragil der Frieden in der Taiwan-Straße geworden ist.

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