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Chinas Bevölkerung vergreist : Wenn die „roten Gene“ kaum noch weitergegeben werden

Familien und Werte im Wandel: Eine Frau trägt ihr Kind in Schanghai. Bild: EPA

Schon bald schrumpft die chinesische Bevölkerung – und vergreist. Das liegt auch an einem veränderten Selbstbild der Frauen. Was bedeutet das für Pekings Weltmacht-Ambitionen?

          5 Min.

          Wie Statistiken interpretiert werden, sagt etwas über ein Volk aus, besonders dann, wenn es das weltgrößte ist. Und so verkündete Chinas Regierung, als sie am Dienstag in Peking die Ergebnisse der siebten, alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählung bekannt gab, eine vermeintlich frohe Botschaft. Zum einen seien im vergangenen Jahr in China zwölf Millionen Babys zur Welt gekommen. Zum anderen habe sich zwischen 2014 und 2017 der Anteil an den Neugeborenen, bei dem es sich um das bereits zweite Kind der Eltern handelte, von 30 auf 50 Prozent erhöht. Danach ging der Anteil etwas zurück, liege aber heute immer noch bei mehr als 40 Prozent. Im Jahr 2013 hatte die Regierung Eltern, von denen ein Teil selbst ein Einzelkind war, ein zweites Kind erlaubt.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Seit 2016 gilt das für alle Eltern im Land. „Diese Politik hat für eine Wende bei den Neugeborenen gesorgt“, sagte der Leiter des Nationalen Statistikamts. Die Botschaft war klar: Die Kommunistische Partei habe auf die drohende Vergreisung des vielerorts immer noch armen Landes vorausschauend reagiert. Nach eigener Aussage hat China seit der schrittweisen Einführung der Ein-Kind-Politik Ende der Siebzigerjahre bis heute mehr als 400 Millionen Geburten mit Zwangssterilisationen und anderen Mitteln verhindert. Dadurch fiel Chinas Geburtenrate auf 1,3.

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