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China und die Nato : Der wachsende Rivale

Neue Großmacht: Peking nach der großen Militärparade am 1. Oktober Bild: GILLES SABRIE/The New York Times

Die Nato sieht die Volksrepublik als wachsende Herausforderung. Bei der genauen Bewertung der Rolle Chinas gehen die Ergebnisse Amerikas und Europas jedoch auseinander.

          3 Min.

          In der Aufregung um Macrons Hirntod-Diagnose und Trudeaus Lästerei über Donald Trump ist ein wenig untergegangen, dass die Nato auf ihrem Treffen in London den Aufstieg Chinas erstmals als strategische Herausforderung benannt hat. „Wir erkennen an, dass Chinas wachsender Einfluss und seine internationale Politik sowohl Herausforderungen als auch Chancen bedeuten, die wir zusammen als Allianz angehen müssen“, heißt es in der Abschlusserklärung von London.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Führung in Peking reagierte mit demonstrativer Gelassenheit. Schließlich dokumentiert schon das Wort „Chancen“ in dem Abschlusspapier, dass die Nato-Staaten mit Blick auf China nicht mit einer Stimme sprechen und die Europäer ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Peking nicht gefährdet sehen wollen. „Die Bemühungen Amerikas, seine Verbündeten dazu zu bringen, China als Bedrohung zu definieren, haben sich in Nichts aufgelöst“, konstatierte die „Volkszeitung“, die die offizielle Haltung der Kommunistischen Partei wiedergibt. Weniger gelassen äußerte sich der pensionierte Oberst der Volksbefreiungsarmee Yue Gang in der „South China Morning Post“. Er sagte voraus, dass China künftig zu einem „symbolischen Fokus“ der Nato werden könnte, um das auseinanderdriftende Militärbündnis ideologisch zusammenzuhalten und höhere Ausgaben zu rechtfertigen.

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