https://www.faz.net/-gpf-9q23i

Hafen von Hongkong : China verweigert amerikanischen Kriegsschiffen Einfahrt

  • Aktualisiert am

Einfahrt verweigert: Der Kreuzer USS „Lake Erie“, hier 2005 im Hafen von Pearl Harbor, darf nicht nach Hongkong einfahren Bild: Picture-Alliance

Peking versucht die Proteste in Hongkong zu diskreditieren – als westliche Einmischung. Nun sendet die Regierung ein Signal an Washington. Zuvor mutmaßte Trump, China bringe Truppen an der Grenze zur Sonderverwaltungszone in Stellung.

          Chinas Regierung hat nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums zwei amerikanischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt im Hafen von Hongkong verweigert – inmitten der angespannten Lage in der Region. Man habe entsprechende Anfragen abgelehnt, hieß es.

          Laut der amerikanischen Pazifikflotte sollte das Docklandungsschiff „USS Green Bay“ eigentlich am kommenden Samstag einen Zwischenstopp in der chinesischen Sonderverwaltungszone einlegen, der Kreuzer „USS Lake Erie“ sollte kommenden Monat in Hongkong einlaufen. Einzelheiten wurden vom amerikanischen Außenministerium nicht genannt. Das Verhältnis zwischen China und den Vereinigten Staaten ist derzeit durch den Handelskonflikt belastet.

          Zudem macht Peking dem Westen und insbesondere den Vereinigten Staaten zunehmend Vorwürfe, die Proteste in Hongkong zu fördern. In der Stadt kommt es seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu massiven regierungskritischen Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser war ein inzwischen auf Eis gelegter Gesetzentwurf der Regierung zur erleichterten Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiten Bewegung.

          Flugbetrieb läuft wieder

          Am Montag und Dienstag kam es durch Protestaktionen zu massiven Störungen des Flugverkehrs. Am Mittwoch lief der Flugbetrieb in Hongkong wieder an, weitgehend planmäßig. Zwar wurden noch immer viele Flüge als gestrichen angezeigt, Dutzende Flieger starten aber am Morgen und der Flughafen begann damit, den Rückstau der vergangenen Tage abzuarbeiten. Der Flughafen ist ein Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien.

          Laut einer Mitteilung vom Mittwoch erwirkte der internationale Flughafen eine einstweilige Verfügung gegen Demonstranten. Damit sollen „Personen davon abgehalten werden, rechtswidrig und vorsätzlich die korrekte Nutzung des Flughafens zu behindern oder stören“, hieß es. Zudem wurden Proteste oder Demonstrationen außer in dafür freigegebenen Bereichen auf dem Gelände des Flughafens verboten.

          Nachdem die meisten Protestler in der Nacht nach Hause gegangen waren, harrten am Mittwoch noch etwa 50 Demonstranten am Flughafen aus, wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichtete.

          „Wir sind nur Teenager, die für Demokratie kämpfen“: Einige Demonstranten harrten am Mittwoch noch am Flughafen aus.

          Tausende Einwohner hatten ihre anhaltenden Proteste gegen die Stadtregierung und die Polizei auf den Flughafen ausgeweitet und dort mit Sitzblockaden die Abfertigung von Passagieren behindert. Sowohl am Montag als auch am Dienstag musste der Flugbetrieb deshalb gestoppt werden.

          Am Dienstag war es zudem zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dutzende Beamte mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden drangen in den von Aktivisten besetzten Flughafen ein, der wegen der Blockade stundenlang komplett lahmgelegt war.

          Tausende Anhänger der Protestbewegung hatten wie schon am Vortag die Ankunfts- und Abflughallen besetzt. Mit Gepäckwagen und anderen Gegenständen wurden Barrikaden errichtet. Die Polizei hatte sich tagsüber zunächst zurückhaltend verhalten.

          Weitere Themen

          Konsulatsmitarbeiter in China freigelassen

          Hongkong : Konsulatsmitarbeiter in China freigelassen

          Aus Protest gegen die Regierung sind in der chinesischen Sonderverwaltungszone abermals Tausende auf die Straße gegangen. Unterdessen ließ China einen Mann frei, der zwei Wochen zuvor ohne Lebenszeichen verschwunden war.

          Topmeldungen

          Sowohl Trump als auch Johnson winken mit ihrem zerstörerischen Potential. Nur schätzen sie ihre Position falsch ein.

          Schwäche der EU? : Boris Trump

          Sowohl Trump als auch Johnson verschätzen sich: Man kann aus den Wechselbeziehungen der globalisierten Welt nicht in Trotzecken fliehen und dabei nachhaltige Gewinne machen. Europa ist da in einer stärkeren Position.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.