Nach Ende von „Null-Covid“ : China veröffentlicht keine täglichen Corona-Zahlen mehr
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Andrang vor einer Fieberklinik in Schanghai am 24. Dezember. Bild: Reuters
Zweifel an den chinesischen Infektionszahlen gibt es schon lange. Während China mit den Folgen der Corona-Lockerungen kämpft, verzichtet die nationale Gesundheitskommission auf weitere tägliche Veröffentlichungen.
Mitten in der Corona-Welle in China hat die nationale Gesundheitskommission die tägliche Veröffentlichung von Infektions- und Totenzahlen eingestellt. Relevante Informationen würden nun vom Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten veröffentlicht und dienten Referenz- und Forschungszwecken, teilte die Kommission am Sonntag mit.
Wie häufig dies geschehen soll, blieb offen. Auch Gründe für den Schritt wurden nicht genannt. Das Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten teilte etwas später mit, für das Festland seien am Samstag wie bereits am Tag zuvor keine neuen Todesfälle verzeichnet worden.
In China grassiert die Omikron-Variante des Virus, nachdem die Regierung ihre strikte Null-Covid-Politik aufgegeben und strenge Testbestimmungen und Reisebeschränkungen aufgehoben hat. Zwar begrüßten viele Menschen die Lockerungen. Doch nun sind Krankenhäuser überfüllt, in Apotheken fehlen Medikamente. Die Situation dürfte sich verschlechtern, wenn im Januar das chinesische Neujahrsfest gefeiert wird und zahlreiche Menschen zu ihren Familien reisen.
Bei Millionen Infizierten müsste es tausende Tote pro Tag geben
Gleichwohl hatte die Gesundheitskommission vor ihrem Veröffentlichungsstopp an vier Tagen in Folge landesweit keinen einzigen neuen Todesfall und zuletzt am Samstag 4128 neue Infektionsfälle mit Symptomen gemeldet. Zudem hat China seine Definition für die Meldung von Todesfällen eingeengt und zählt nur noch durch das Virus verursachte Lungenentzündungen und Atemversagen.
Weltweit sehen dies Gesundheitsexperten kritisch. So teilte das in Großbritannien ansässige Gesundheitsdatenunternehmen Airfinity diese Woche mit, die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen liege wahrscheinlich bei mehr als einer Million pro Tag, die der Todesfälle bei mehr als 5000. Dies stehe im „starken Gegensatz“ zu den offiziellen Daten.
Diese sind immer weniger verlässlich geworden. Nachdem Ende November Rekorde bei den Fällen verzeichnet worden waren, hörte die Gesundheitskommission im Dezember auf, asymptomatische Fälle zu melden. Dadurch wurde es schwieriger, die Infektionsfälle zu verfolgen. Zudem wird infolge der Lockerungen deutlich weniger getestet.
Eine Million Infektionen allein in einer Provinz
Die chinesische Provinz Zhejiang kämpft nach Angaben der dortigen Regierung mit rund einer Million Neuinfektionen pro Tag. Die Zahl werde sich vermutlich in den kommenden Tagen verdoppeln. Die Provinz gehört zu den wenigen Regionen in China, die Schätzungen zu den Spitzenwerten bei den Infektionszahlen (inklusive asymptomatischer Fälle) abgeben.
„Es wird geschätzt, dass der Infektionshöhepunkt früher in Zhejiang erreicht wird und um den Neujahrstag herum in einen Zeitraum mit erhöhtem Niveau eintritt, in dem die Zahl der täglichen Neuinfektionen bis zu zwei Millionen betragen wird", erklärt die Provinzregierung. Zhejiang liegt im Osten Chinas und in der Nähe von Shanghai. Die von Industrie geprägte Provinz hat rund 65,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat seit den Lockerungen keine Daten zu Krankenhausaufenthalten mehr erhalten. Dies ist laut WHO möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die Behörden Schwierigkeiten haben, Fälle zu zählen.