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Unfreundlicher Empfang : Peking geht auf Kollisionskurs zu Washington

Frostiger Empfang: Wendy Sherman, stellvertretende Außenministerin der USA, und der chinesische Außenminister Wang Yi in Peking. Bild: dpa

Beim Empfang der amerikanischen Spitzendiplomatin legten sich die chinesischen Gastgeber keine rhetorischen Zügel an. So ist zumindest klar, wie die Dinge stehen.

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          Die Wortwahl, deren sich die kommunistischen Machthaber in Peking bedienen, wird schärfer. Das ist nicht wirklich überraschend, schließlich machen sie seit einiger Zeit die für sie unerfreuliche Erfahrung, dass nicht mehr alle in der Welt vor ihnen in Ehrfurcht erstarren, dass ihr Expansionismus auf Widerstand stößt und dass ihre Herrschaftspraktiken Sympathien kosten.

          Es ist vielleicht auch gar nicht schlecht, dass der westlich-chinesische Systemkonflikt nicht verharmlost wird, sondern selbst bei diplomatischen Begegnungen wie beim Empfang der stellvertretenden amerikanischen Außenministerin offen zutage tritt. So sind allen die Bedingungen klar, unter denen über das künftige Verhältnis verhandelt wird.

          China stilisiert sich als Opfer amerikanischer Dämonisierung, fehlgeleiteten Denkens und einer gefährlichen Politik Washingtons. In der Tat, die amerikanische Politik hat in den vergangenen Jahren Kapriolen geschlagen; vor allem war sie lange, zum Beispiel, von der Illusion beseelt, dass der wirtschaftliche Aufstieg Chinas politisch liberalisierend wirken werde und von Machtambitionen frei sei. Diese Illusion hat das chinesische Dominanzstreben abgeräumt; im Westen regt sich – endlich – Widerstandsgeist. In einem Punkt haben Pekings Propagandisten recht: Für ihre strukturellen Probleme tragen die Vereinigten Staaten selbst die Verantwortung (wobei Chinas Exporte schon eine Rolle spielen). Das ändert nichts daran, dass der Kollisionskurs beider Länder hochriskant ist.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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