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China und Taiwan : Wer soll hier eigentlich mit wem wiedervereinigt werden?

Nein zu China: Unabhängigkeitsbefürworter im Herbst 2018 in Taipeh. Bild: AFP

Chinas Drohungen gegenüber Taiwan rufen dort Trotz hervor – aber die Identitätsfrage ist auf der Insel eine heikle Angelegenheit.

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          Vermutlich wollte Chinas Präsident Xi Jinping mit seiner jüngsten Rede an die „Landsleute“ in Taiwan nicht nur die eigenen Leute beeindrucken, sondern auch in Taipeh für eine Wiedervereinigung werben. Doch erreicht hat er das Gegenteil. Seine Aussage, die Vereinigung sei „unausweichlich“, ruft auch vier Wochen später noch Empörung hervor, sein Beharren auf dem Modell „Ein Land, zwei Systeme“ stößt auf breite Ablehnung. Die Drohung, eine Unabhängigkeit Taiwans notfalls mit Gewalt zu verhindern, sowieso.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Doch wer glaubt, die Taiwaner seien sich einig darüber, wie die Zukunft ihrer Insel aussehen soll, der irrt. Viele Familien sind in dieser Frage so zerstritten, dass sie es ablehnen, gemeinsam am Küchentisch darüber zu sprechen. Erst recht im Beisein Dritter. Kuo Hsin-Tzu und ihr Vater zum Beispiel. Sie, 33, Werbefachfrau, will die Unabhängigkeit. Er, Fabrikant im Ruhestand, will eine Wiedervereinigung mit China. Sie sieht sich als Taiwanerin und er sich als Chinese.

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