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Peking : China sieht Gefahr eines neuen „Kalten Kriegs“ mit Amerika

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Eiszeit? Donald Trump Ende Juni 2019 beim G20-Gipfel in Osaka mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Bild: AFP

Die Liste der „Lügen und Verschwörungstheorien“ gegen China werde immer länger, beklagt Pekings Außenminister. Als Warnung an Russland und China hat die Trump-Regierung offenbar einen Atomtest in Erwägung gezogen.

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          Der chinesische Außenminister Wang Yi hat ein „politisches Virus“ in den Vereinigten Staaten beklagt. Amerikanische Politiker nutzten jede Gelegenheit, um China anzugreifen, sagte der chinesische Chefdiplomat am Sonntag auf einer Pressekonferenz am Rande der laufenden Sitzung des chinesischen Volkskongresses in Peking. Die Liste der „Lügen und Verschwörungstheorien“ in den Vereinigten Staaten gegen China werde immer länger.

          Die Vereinigten Staaten und China trügen große Verantwortung für Frieden und Entwicklung in der Welt. Beide Seiten sollten auch im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zusammenarbeiten. China und die Vereinigten Staaten könnten von Kooperation nur profitieren, bei Konfrontation aber nur verlieren, warnte der Außenminister. China werde aber seine Souveränität und seine territoriale Integrität verteidigen. „Einige politische Kräfte in den USA nehmen die Beziehungen zwischen China und den USA als Geisel und drängen das Verhältnis in Richtung eines neuen Kalten Krieges“, sagte Wang Yi.

          Als Warnung an Russland und China haben die Vereinigten Staaten einem Medienbericht zufolge erstmals seit 1992 einen Atomtest in Erwägung gezogen. Die Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump habe diese Möglichkeit bei einem Treffen am 15. Mai diskutiert, zitierte die „Washington Post“ am Freitag (Ortszeit) einen ranghohen Regierungsmitarbeiter sowie zwei ehemalige amerikanische Beamte. Dem Bericht zufolge blieb das Treffen zunächst ohne Ergebnis. Uneinig waren sich die zitierten Quellen demnach darin, ob die Diskussionen noch andauern. Zuvor hatten amerikanische Regierungsvertreter Medienberichten zufolge behauptet, Russland und China nähmen eigene Atomtests vor. Moskau und Peking wiesen das zurück. Die Vereinigten Staaten lieferten keine Belege für die Behauptung.

          Nordkorea will unterdessen seine atomare Schlagkraft erhöhen. Machthaber Kim Jong-un habe ein erweitertes Treffen der Militärkommission der Arbeiterpartei geleitet, bei dem eine „neue Politik für den weiteren Ausbau der nuklearen Abschreckung des Landes“ dargelegt worden sei, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Sonntag. Auch sei darüber diskutiert worden, die strategischen Streitkräfte „in höchste Alarmbereitschaft“ zu versetzen. Wie die neue Politik genau aussieht, war unklar. Es waren zudem die ersten Berichte über einen öffentlichen Auftritt Kims seit mehr als drei Wochen.

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